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Doppelkonzert von amarcord in Laubach begeistert

Viel mehr als Stimmen und Wein

StenderLocker im Gewölbekeller - amarcordLocker im Gewölbekeller - amarcord

Wenn Kirche und Kommune zusammenarbeiten, können sie so große musikalische Ereignisse wie das Doppel-Konzert des weltbekannten Vokalensembles amarcord stemmen. Und wenn wie im Falle Laubach auch noch das gräfliche Haus die Türen von Schlosskeller und alter Schlossküche öffnet, kommt ein Ereignis heraus, das mit „Voices and Wine“ (Stimmen und Wein) nur unzureichend beschrieben ist.

Wer am Samstagabend eine der Karten für das Ereignis im Schloss ergattert hatte, konnte sich schon bald fühlen wie bei einem Fest „bei Hofe“. Den leckeren Köstlichkeiten auf den Tischen und ausgewählten Weinen in den Gläsern setzten die „Bänkelsänger“ von amarcord die akustische Krone auf. Die fünf Ausnahmekünstler aus Leipzig bewiesen, dass sie auch locker und amüsant unterhalten können. Besonderen Applaus ernteten sie für ein beschwipstes französisches Trinklied, das dem „Vin Clairet“ ein fröhliches Denkmal setzt. Obwohl die adeligen Gastgeber, Gräfin Celina und Graf Georg, sich krankheitsbedingt entschuldigen mussten, konnte Mitveranstalter Markus Stiehl vom Laubacher Tourismusbüro im Kellergewölbe eine Königin begrüßen. Nadine Poss, ehemals Deutsche Weinkönigin, gab sich die Ehre und hatte die weiße und rote Tropfen vom elterlichen Weingut mitgebracht, die sich angesichts der Stimmung in der alten Schlossküche, wohin die Gäste nach dem Aperitiv umzogen, offenbar bestens mit den Stimmen von amarcord vertrugen.

Ebenso gut vertrugen sich die Stimmen der fünf a-cappella-Stars aus Sachsen mit der Akustik in der evangelischen Stadtkirche. Dort hatte das Doppel-Musikereignis am frühen Abend seinen Ausgang genommen. Im voll besetzten Gotteshaus hatten sie die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Und die hatte das anspruchsvolle Programm verdient. Frankreich und Amerika in Kompositionen vorwiegend aus dem 20. Jahrhundert – bis auf die drei Gospel zum Schluss dürften die wenigsten Zuhörer in den Kirchenbänken eines oder mehrere der übrigen Stücke im 90-minütigen Konzert gekannt haben. Man erfuhr, dass Jean Cras ein Kapitän war, der 1925 am Klavier in seiner Schiffskajüte ein Stück ausgerechnet über die Berge komponiert hatte „Dans la Montagne“, in dem unter anderem der Klang einer Glocke oder die Bewegung einer jungen Tanne im Wind eine wichtige Rolle spielte. Überrascht sah man auch den Namen Gioacchino Rossini auf der „französischen“ Seite des Programms. Erklärung: Der Italiener lebte lange in Paris und komponierte unter anderem den „Choeur Quelques Mesures de Chant Funèbre“, einen Totengesang auf den Komponistenkollegen Meyerbeer, von dem beim Konzert in der Stadtkirche vor allem die sich steigernde Aufforderung zum Weinen „Pleure!“ in Erinnerung blieb. Wenn überhaupt etwas an diesem Konzertereignis zu kritisieren ist, dann die Tatsache, dass der Genuss mit Sicherheit noch größer gewesen wäre, hätte es ein wenig mehr Information zu den Texten gegeben.

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