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Coronakrise

Jung: Gottesdienste auf Straßen und Plätzen feiern

EKHN/RahnWeihnachten Open-Air in der Kirchengemeidne Frankfurt-Bockenheim.Nicht ganz so dicht bitte - aber so ähnlich könnte es auch im Coronajahr 2020 an Weihnachten aussehen: Open-Air Feier der Kirchengemeinde in Frankfurt-Bockenheim im vergangenen Jahr.

Zum Ferienende hat Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung sich an die Gemeinden gewandt. Er will in der Coronapandemie jetzt nach vorne schauen. Was sind seine Ideen und Impulse in der Krise?

EKHN/NeetzPortrait AußenaufnahmeKirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung

Anlässlich des Ferienendes in Hessen und Rheinland-Pfalz hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die evangelischen Gemeinden dazu aufgerufen, in der Corona-Pandemie jetzt „den Blick nach vorne zu richten“. In einem Brief, der am Freitag (14. August) an alle 1.100 Gemeinden im Kirchengebiet versandt wurde, regt Jung an, bereits jetzt sorgfältig mit Überlegungen zu beginnen, wie die großen Festgottesdienste im Herbst und Winter den geltenden Schutzbedingungen entsprechend gestaltet werden können. Nach Worten Jungs können Erntedank- oder auch Weihnachtsgottesdienste beispielsweise im Freien und auf öffentlichen Plätzen gefeiert werden. Hierzu sei auch erstes Arbeitsmaterial für die Gemeinden erarbeitet worden und im Internet abrufbar (www.unsere.ekhn.de/corona)

 

Zweiten Lockdown vermeiden

„Es ist gut, wenn wir hierbei nicht ängstlich, aber vorsichtig sind und die notwendigen Auflagen sorgsam berücksichtigen“, so Jung. Auch digitale Feiern seien weiter im Blick zu behalten. Alle müssten das ihnen Mögliche tun, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden. Aus Berichten aus den Partnerkirchen in Italien, in den Vereinigten Staaten und auch Südafrika sei noch einmal sehr deutlich geworden, wie gefährlich schnell steigende Infektionszahlen sein können. Jung dankte gleichzeitig allen in der evangelischen Kirche, dass in Gemeinden und Einrichtungen Hygienekonzepte mit „so viel Besonnenheit und Klarheit erarbeitet und umgesetzt wurden“.

 

Wegweisende Entscheidungen stehen an

Schließlich bat Jung auch die Kirchenmitglieder um Fürbitte für alle Leitungsentscheidungen, die in den nächsten Wochen zu treffen seien. Jung kündigte an, dass die mit einem Parlament vergleichbare Kirchensynode am 19. September in Offenbach über einen Nachtragshaushalt und den Zukunftsprozess „ekhn2030“ beraten wird. Gleichzeitig müssten die Leitungsgremien des Ökumenischen Kirchentages in den nächsten Wochen entscheiden, ob und in welcher Form das Großereignis 2021 stattfinden kann. Jung: „Hier geht es jeweils um schwierige, aber wegweisende Entscheidungen“.

 

Dokumentation

Wortlaut des Briefes

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschwister,

die Sommerferien sind zu Ende. Ich hoffe, Sie hatten eine gute und erholsame Zeit. Es war zu spüren, dass viele Menschen gerade nach den Anspannungen der letzten Monate auf-grund der Corona-Pandemie die neu gewonnene Bewegungsfreiheit genossen haben. Ganz besonders für Kinder und Jugendliche war es wichtig, sich wieder freier bewegen zu können. In unseren Kirchen und Gemeindehäusern konnten – wenn auch mit Einschränkungen – Menschen wieder zusammenkommen. In Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäusern waren für Angehörige wieder mehr Besuche möglich. Auch manche Chöre konnten wieder miteinander proben. Immer galt es allerdings auch, auf Abstand zu bleiben und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Wir wissen, dass die Gefahr der Corona-Pandemie noch nicht überstanden ist. Deshalb sehen viele auch mit bangem Blick in die nächsten Wochen. Kindertagesstätten und Schulen starten wieder mit dem Regelbetrieb. Das ist gut und wichtig. Ich wünsche dazu gutes Gelingen!

In unseren Gemeinden wird es wieder Treffen der Konfi-Gruppen und anderer Gruppen und Kreise geben. Es ist gut, wenn wir hierbei nicht ängstlich, aber vorsichtig sind und die not-wendigen Auflagen sorgsam berücksichtigen. Alle müssen das ihnen Mögliche tun, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden. Aus Berichten unserer Partnerkirchen in Italien, in den Vereinigten Staaten und auch Südafrika ist mir noch einmal sehr deutlich geworden, wie gefährlich schnell steigende Infektionszahlen sein können. Es ist auch nötig, dies all denen zu sagen, die Corona für eine harmlose Krankheit halten oder gar eine Fiktion.

Mit diesem Brief möchte ich Ihnen herzlich dafür danken, dass in Gemeinden und Einrichtungen Hygienekonzepte mit so viel Besonnenheit und Klarheit erarbeitet und umgesetzt wurden. Ich danke Ihnen ausdrücklich auch im Namen der anderen Mitglieder der Kirchenleitung für Ihre Geduld und all Ihr Überlegen und Entscheiden. Und ich bitte Sie darum, dies auch weiter, den jeweiligen Situationen angemessen, zu tun.

Zugleich möchte ich den Blick auch nach vorne richten. Aus einigen Gesprächen weiß ich, dass dies vielfach auch schon geschieht. Was wird mit den großen Gottesdiensten in den nächsten Wochen sein – Erntedank, Ewigkeitssonntag, Advent, Weihnachten, Jahreswechsel? Niemand von uns kann voraussagen, wie die Entwicklung in den nächsten Wochen sein wird. Wenn die Situation stabil bleibt, was ich sehr hoffe, werden Gottesdienste in den Kirchen in der Form möglich sein, in der sie zurzeit gefeiert werden. Für die anstehenden großen Gottesdienste wird dies unbefriedigend sein. Deshalb rege ich an, bereits jetzt zu überlegen, was – immer im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten – vor Ort darüber hinaus möglich ist. Manche Gemeinden haben längst gute Erfahrungen mit Erntedank-Gottesdiensten im Freien – vielleicht auf einem Bauernhof. Gibt es auch Ideen und Möglichkeiten, die anderen Gottesdienste an anderen Orten zu feiern? Wie könnte etwa ein Weihnachtsgottesdienst auf einem Marktplatz, dem Sportplatz oder als Waldweihnacht aussehen – vielleicht auch ökumenisch?

Das Zentrum Verkündigung und die Öffentlichkeitsarbeit haben einige Ideen erarbeitet, die diesem Brief beigefügt sind und Ihnen bei Ihren Planungen helfen sollen. Mehr Ideen und konkrete Vorschläge werden in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt und jeweils im Internet veröffentlicht.

Mir ist sehr wichtig, Ihnen noch einmal zu sagen: Es ist großartig, was bisher geleistet wurde – auch durch ganz neue analoge und digitale Formate. Verstehen Sie diesen Brief deshalb nicht als verpflichtenden Aufruf, sondern als eine Anregung. Nur vor Ort kann angemessen entschieden werden, was wirklich möglich ist – sowohl im Blick auf die örtlichen Möglichkeiten als auch im Blick auf die persönlichen Ressourcen.

Ich bitte Sie auch um Ihre Fürbitte für alle Entscheidungen, die in den nächsten Wochen kirchenleitend zu treffen sind. Unsere Synode wird am 19. September in Offenbach zusammenkommen und unter anderem über einen Nachtragshaushalt und unseren Zukunftsprozess ekhn2030 beraten. Die Leitungsgremien des Ökumenischen Kirchentages werden in den nächsten Wochen entscheiden, ob und in welcher Form ein ÖKT 2021 stattfinden kann. Hier geht es jeweils um schwierige, aber wegweisende Entscheidungen.

Lassen Sie uns das uns Mögliche tun, um an unserem jeweiligen Ort verantwortungsvoll und glaubensstark Zeugnis zu geben von der Hoffnung, die in uns ist (nach 1. Petrus 3,15).
In diesem Sinn danke ich Ihnen sehr herzlich für all Ihr Engagement und bitte für uns alle um Gottes Geist, seinen Schutz und seinen Segen.

Mit herzlichen Grüßen, Volker Jung

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