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Aufforderung zum Dialog im Pfingstgottesdienst

Brückengeschichten in der Stiftsruine

StenderDer Altar beim Pfingstgottesdienst in Kloster ArnsburgDer Altar beim Pfingstgottesdienst in Kloster Arnsburg

Fürs Brückenbauen warb Pfarrer Hartmut Lemp am Pfingstmontag in der Stiftsruine von Kloster Arnsburg. Beim Gottesdienst des Dekanats Hungen schilderte er anhand einiger „Brückengeschichten“ wie durch Dialog auch da Verbindungen hergestellt werden können, wo dies vorher unmöglich schien.

Wenn dies gelinge, so der Pfarrer der Kirchengemeinden Villingen und Nonnenroth, sei so etwas wie pfingstlicher Geist spürbar: „Pfingsten ist das große Brückenfest!“ Ein direkt greifbares Ergebnis eigenen Brückenbaus war die Anwesenheit der weißrussischen Musikgruppe „Brestschanka“ in ihren tradtionellen Kostümen. Sie beteiligte sich nicht nur mit Liedern am Gottesdienst selbst, sondern erfreute die rund 200 Besucher in den mittelalterlichen Mauerresten nach dem Segen mit einem begeisternden Konzert.

Auch die Partnerschaft der Gemeinden Villingen und Nonnenroth mit Weißrussland sei in mehrerer Hinsicht eine Brückengeschichte, erinnerte sich Lemp an die Fahrt über den Grenzfluss zum „Dorf unserer Tschernobyl-Kinder“ vor 25 Jahren und beeindruckende Begegnungen mit Menschen in diesem Dorf. Auch die jüngste Fahrt vor fünf Wochen sei wieder eine Geduldsprobe für die Begleiter des Transports gewesen, mit dem ein hochwertiges medizinisches Gerät in das Regionalkrankenhaus geliefert werden sollte. Beim siebenstündigen Prozedere am Lkw-Grenzübergang hätten sie kurzfristig ans Aufgeben gedacht, jedoch „der Geist wehte anders“, beschrieb es der Pfarrer. Die überwältigende Dankbarkeit der Ärztin, die das Gerät schließlich in Empfang nehmen könnte, bestärkte Lemp in seiner Auffassung: „Überlassen wir uns nicht den einfachen Antworten“.

Mit ihren einfachen Antworten, so Lemp, wollten beispielsweise die Populisten aller Couleur Verständigungsbrücken einreißen. Das dürfe nicht geschehen, stellt er fest und folgerte, es gebe keine Alternative zum Dialog, auch und gerade wenn die Gesprächspartner in einigen Fragen unterschiedliche Positionen bezögen. In allen Lebensbereichen müsste weiter an Verständigungsbrücken gebaut werden. Ob im kirchlichen Umfeld beim Umgang mit einer Lektorin, die sich der AfD zugewendet habe, ob bei der Verständigung zwischen den Generationen, in der Ökumene, bei den transatlantischen Beziehungen oder im Umgang mit den Lieben daheim.

Wie verbindend und brückenbauend auch die Musik wirken kann, zeigten neben den Männern und Frauen von „Brestschanka“, auch die Gottesdienstbesucher, einfühlsam begleitet und angeleitet von Hermann Wilhelmi am Keyboard.

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