Evangelisch im Gießenerland

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    10 Orte wachsen im Zuge der EKHN-Strukturreform 2030 zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammen

    Neue Kirchengemeinde Arnsburger Land gegründet

    Lutz NeumeierDie in Holzheim anwesenden Kirchenvorstands-Mitglieder der neuen Kirchengemeinde Arnsburger Land.Die in Holzheim anwesenden Kirchenvorstands-Mitglieder der neuen Kirchengemeinde Arnsburger Land.

    Mit der Konstituierung der evang. Kirchengemeinde Arnsburger Land beginnt ein neues Kapitel im Dekanat Gießener Land: Zehn bislang selbstständige Kirchengemeinden bündeln ihre Kräfte, schaffen neue Strukturen und wagen gemeinsam den Schritt in eine zukunftsfähige kirchliche Heimat für rund 8.500 Christ:innen.

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    Während (von links) Wolfgang Pappe als ältestes Kirchenvorstandsmitglied die Konstituierende Sitzung eröffnete, wurden Reinhold Hahn und Matthias Bubel als neue Vorsitzende und Stellvertreter gewählt, im Beisein von Sarah Kiefer, der Stellvertretende Dekanin des Dekanats Gießener Land.

    Von Albert Mehl.

    „Wir betreten Neuland.“ Die Eröffnungsworte von Wolfgang Pappe waren nicht darauf gemünzt, dass ein Großteil der über 50 Anwesenden zum ersten Mal in der Kulturellen Mitte in Holzheim weilte. Der Satz galt vielmehr der Amtshandlung, die der Licher als ältestes Kirchenvorstandsmitglied des bisherigen Nachbarschaftsraums Arnsburger Land einleitete: Die Gründung der neuen evangelischen Kirchengemeinde Arnsburger Land. Das ist der Zusammenschluss der bisherigen selbständigen Kirchengemeinden Bettenhausen, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt, Grüningen, Holzheim, Langsdorf, Lich, Muschenheim und Nieder-Bessingen zur neuen Rechtsform im Dekanat Gießener Land der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Diese erfolgte im Rahmen der 2022 gestarteten Strukturreform EKHN 2030.

    Die neue Kirchengemeinde umfasst rund 8500 evangelische Christen, hat neben den zehn Ortskirchen noch die Paradieskapelle Arnsburg und die Wüstung Hausen als Gotteshäuser und ihren Verwaltungssitz seit dem Jahresbeginn in Lich in den Räumen der bisherigen Marienstiftsgemeinde. Insgesamt gehören dem neuen Gremium (inklusive Verkündigungsteam) knapp 70 Mitglieder an, da alle Kirchenvorstände (KV) noch bis Mitte 2027 gewählt sind. Zu neuen Vorsitzenden wurden Reinhold Hahn (Grüningen) und Pfarrer Matthias Bubel (Holzheim) gewählt.

    Während der aus dem KV Lich stammende Pappe den Ist-Zustand beleuchtete („für uns alle eine ungewohnte, neue Situation“) und damit Verständnis für die teilweise festzustellende Unsicherheit formulierte, blickte Sarah Kiefer zurück. „Das ist ein Wahnsinn, was Sie für einen Ritt vorgelegt haben, sagte die Stellvertretende Dekanin und ergänzte: „Nach dem Beginn der Zusammenarbeit zum Beginn 2022 jetzt schon eine neue Rechtsform umzusetzen und zu fusionieren, das ist ein Wahnsinn, wie schnell.“ Jetzt werde es real, was das bedeute. Kiefer zeigte sich aber zuversichtlich: „Ich sehe nur Freunde, denen ich ins Gesicht schauen und Du sagen kann“, machte sie den Delegierten Mut. „Ihr seid dabei, eine neue Heimat zu schaffen.“

    Wolfgang Pappe erläuterte noch einmal, dass bei einem Mitgliederschwund von rund drei Prozent in den heimischen Kirchen sich die Sinnfrage stelle. „Wenn wir die Existenz als Volkskirche erhalten wollen, müssen wir neue Wege gehen.“ Diese Wege vorgezeichnet hat in den vergangenen Monaten eine Steuerungsgruppe, die sich unter dem Vorsitz des Grüninger KV-Vorsitzenden Reinhold Hahn intensiv um die Vorarbeiten zur Fusion gekümmert hat. In Abstimmung mit den bisherigen Kirchengemeinden war auch der Name Arnsburger Land beschlossen worden, mit dem Kloster Arnsburg als geografischer Mittelpunkt der neuen Kirchengemeinde. Ein Gremium, dem neben Hahn noch Matthias Bubel, Sven Stoffer (beide Holzheim), Nina Althoff, Michael Knoll (beide Lich) und Hilde Gerhardt (Langsdorf) angehörten, hat auch bereits eine neue (vorläufige) Geschäftsordnung vorgelegt.

    Nahezu einstimmig wurden Reinhold Hahn als Vorsitzender und Pfarrer Bubel (Stellv. Vors.) des Vorstands der neuen Kirchengemeinde gewählt. Ähnlich fiel das Votum für Sven Arabin (Holzheim) als Protokollführer und Nina Althoff als seine Stellvertreterin aus. Die Hauptarbeit soll aber in noch zu gründenden Ausschüssen des Kirchenvorstands erfolgen. Diese umfassen die Themen Verwaltung, Finanzen, Liegenschaften; Personal; Gottesdienst und geistliches Leben (inkl. Kirchenmusik); Diakonie, Ökumene und gesellschaftliche Verantwortung; Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Digitalisierung; Bildung, Kinder- und Jugendarbeit sowie ein Wahlausschuss. Weiterhin fungieren aber noch die bisherigen Kirchenvorstände als Ortsausschüsse des Seelsorgebezirks, für die „Oase“ als vorläufiger Name gefunden wurde. In die Zukunft ging auch Reinhold Hahns Aussage nach seiner Wahl: „Ich bin überzeugt, dass wir das zusammen hinkriegen.“ Er hat ja schon in den vergangenen Wochen und Monaten viel Neuland betreten.     

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