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Lutherstück findet großes Publikum

Rebellisch unterm Nonnenröther Kirchturm

StenderZwei Frauen wünschen den Segen für ihre BeziehungIn Nonnenroth ist vieles möglich - auch die Trauung von zwei Frauen im Lutherspiel.

Dekanin Barbara Alt als Annette Schavan, Landrätin Anita Schneider als Margot Käßmann und ein GZSZ-Darsteller als Martin Luther, Musik von Querbeet und dem Gesangverein, Schulkinder in Lumpen und der Hungener Bürgermeister Wengorsch als Landgraf Philipp von Hessen – und das alles zwischen Schafen, Ziegen und Kühen – es war ein echtes Spektakel, das sich Pfarrer Hartmut Lemp zur Feier des 500. Reformationsjubiläums ausgedacht hatte.

Der Nonnenröther Pfarrer hatte sich für den Rebell in Luther entschieden und das Stück auch so genannt. „Luther – der Rebell“, gespielt vom GZSZ-Darsteller Thaddäus Meilinger, wurde aber erst durch die Regieanweisungen des Autors zum Rebellen und wunderte sich recht oft über das, was ihm Lemp zu sagen aufgab. In diesem als „Generalprobe“ inszenierten Stück liefen die Fäden der Handlung nicht bei Luther, sondern bei Autor und Regisseur Lemp zusammen. Der hatte beim Schreiben nicht auf historische Genauigkeit gesetzt, sondern auf Aufreger und moralische und politische Appelle. Einen Bezug zur Gegenwart wollte er herstellen, teilte er dem Publikum mit. Deshalb traten neben den historischen Figuren wie Katharina von Bora und dem Landgrafen Philipp von Hessen mit Annette Schawan und Margot Käßmann auch Menschen der Gegenwart auf. Deshalb reichte die Eheschließung zwischen dem Mönch Martin und der Nonne Katharina als Skandal nicht aus, sondern musste in die Eheschließung zweier Nonnen münden, die ein entsetzter Martin Luther nur mit entschiedener Unterstützung durch den Regisseur zu Ende führen konnte. Viele weitere Kritikpunkte an der Kirche und auch an Luther kamen zur Sprache. So thematisierte Lemp die Judenfeindschaft des Reformators und verwies gleichzeitig auf die Lutherstatue oben auf dem Kirchturm, auf dessen Brust ein Davidstern zu sehen ist.

Auch die Konkurrenz zu Lich bei der Frage, wo Luther denn nun auf dem Weg nach und von Worms übernachtet habe, hatte Lemp zu zahlreichen verbalen Nadelstichen in Richtung der Nachbarstadt verarbeitet. Frech und pointenreich waren auch die Liedtexte der Frauen von „Querbeet“, die als Katharina von Boras Mitschwestern auftraten. Der Gesangverein und die Kinder der Villinger Grundschule rundeten das Spektakel ab, an dessen Ende einige der Beteiligten Leitsätze vortrugen und an eine Holztür nagelten. So sprach sich Landrätin Schneider für Toleranz aus und Dekanin Alt prangerte die deutschen Waffenlieferungen an, die zum Beispiel auch den den IS gingen. Regisseur und Pfarrer Lemp forderte die fast 500 Zuschauer auf, mutig zu sein und eigene Thesen anzuschlagen.

Das Holz des vor Ort präsentierten Schäferwagens war dafür allerdings nicht vorgesehen. Der erste Wagen für die Schäferwagen-Herberge, die im Herbst am Ortsrand von Nonnenroth eröffnet wird, fand großes Interesse beim Publikum.

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