Fundus/EKHN

Kirche verändert sich – und das Evangelische Dekanat Gießener Land gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Im Rahmen des Reformprozesses ekhn2030 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) arbeiten die Kirchengemeinden im Dekanat enger zusammen, um kirchliches Leben auch in Zukunft lebendig, verlässlich und nah bei den Menschen zu gestalten.

Ein zentrales Element dieses Prozesses sind die Nachbarschaftsräume. Bei der Dekanatssynode im Oktober 2023 wurde einstimmig beschlossen, das Dekanat Gießener Land in acht Nachbarschaftsräume zu gliedern. Gemeinden, die geografisch und inhaltlich zusammengehören, bündeln darin ihre Kräfte und übernehmen gemeinsam Verantwortung für Gottesdienste, Seelsorge, Bildung, Kirchenmusik sowie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

Die Wege in den Nachbarschaftsräumen sind dabei bewusst offen gestaltet: Einige Regionen haben sich bereits zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen, andere haben sich noch nicht für eine konkrete Rechtsform entschieden. Wie eng die Zusammenarbeit gestaltet wird und welche Strukturen entstehen, entscheiden die Kirchengemeinden vor Ort selbst. In manchen Nachbarschaftsräumen gibt es bereits gemeinsame Gottesdienste, Projekte oder Arbeitsgruppen, andere stehen noch am Anfang dieses Entwicklungsprozesses.

Parallel dazu läuft im Dekanat der Gebäudebedarfs- und -entwicklungsplan (GBEP) der EKHN. Ziel dieser strategischen Planung ist es, angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen die Baulast bis 2030 um rund 20 Prozent zu reduzieren. Dafür werden kirchliche Gebäude bewertet und in Kategorien eingeteilt. Gebäude, die langfristig nicht mehr benötigt werden, sollen perspektivisch abgegeben werden. Auch dieser Prozess wird im Dialog vor Ort gestaltet und sorgfältig begleitet.

Unterstützung erhalten die Nachbarschaftsräume durch die Dekanats-Steuerungsgruppe, das Regionalbüro Vernetzte Beratung sowie durch speziell eingesetzte Transformationsunterstützer:innen, die Beratung, Vernetzung und Moderation anbieten. Zusätzlich stehen über das Transformationsbudget finanzielle Mittel zur Verfügung, mit denen Veranstaltungen, Projekte sowie interne und externe Beratungen gefördert werden können.

ekhn2030 ist kein fertiger Plan, sondern ein gemeinsamer Weg. Im Dekanat Gießener Land verstehen wir diesen Prozess als Chance: Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln, Verantwortung zu teilen und neue Formen von Gemeinschaft zu erproben – offen, verlässlich und mit Blick auf die Zukunft.


Der Reformprozess ekhn2030 bringt Veränderungen mit sich – und eröffnet zugleich neue Gestaltungsspielräume. Auf dieser Seite finden Sie Informationen, Materialien und Impulse, die die Arbeit in den Nachbarschaftsräumen im Dekanat Gießener Land begleiten und unterstützen.
 

Wann, was und wie? – Die Zeitschiene bis 2030

Eine übersichtliche Zeitleiste zeigt, welche Schritte, Entscheidungen und Entwicklungen bis 2030 in den Nachbarschaftsräumen anstehen. Sie bietet Orientierung darüber,

  • wann wichtige Beschlüsse zu fassen sind,
  • welche Themen aktuell im Fokus stehen
  • und wie sich der Prozess zeitlich weiterentwickelt.
     
Rechtsformen in Nachbarschaftsräumen

Wie arbeiten Kirchengemeinden künftig zusammen? Für Nachbarschaftsräume kommen drei Formen infrage: Arbeitsgemeinschaft, Gesamtkirchengemeinde oder Fusion.
Eine Präsentation erläutert diese Kooperations- und Rechtsformen verständlich und zeigt auf, welche Auswirkungen sie jeweils für die beteiligten Kirchengemeinden haben.
 

Ideen für die Praxis – ekhn2030 und das kleine Dorf

Wie kann Gemeindeleben auch mit weniger Personal lebendig bleiben – besonders in kleinen Kirchengemeinden?
Pfarrerin Cordula Michaelsen hat dazu viele kreative und erprobte Ideen gesammelt. Die Anregungen sind praxisnah aufbereitet und lassen sich flexibel an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anpassen. Vielleicht ist auch für Ihre Gemeinde etwas dabei.
 

Hintergrund: Warum der Zukunftsprozess ekhn2030?
Gemeinden bilden Nachbarschaftsräume

Die Zahl der Kirchenmitglieder und die Kirchensteuereinnahmen gehen zurück. Gleichzeitig stehen viele Pfarrerinnen und Pfarrer vor dem Ruhestand, während weniger Theologinnen und Theologen neu ausgebildet werden. Vor diesem Hintergrund hat die EKHN den Reformprozess ekhn2030 auf den Weg gebracht, um Kirche langfristig tragfähig zu gestalten.
 

Verkündigungsteams – gemeinsam Verantwortung übernehmen

Auf Beschluss der Kirchensynode mussten alle Kirchengemeinden der EKHN bis Ende 2023 Nachbarschaftsräume bilden. Ziel ist es, das Verhältnis von etwa einer Pfarrstelle pro 1.600 Kirchenmitglieder möglichst zu erhalten.

Ein Nachbarschaftsraum umfasst in der Regel mindestens 4.000 Mitglieder und wird von einem multiprofessionellen Verkündigungsteam getragen. Dazu gehören Pfarrerinnen und Pfarrer sowie – je nach Region – Kirchenmusiker:innen und Gemeindepädagog:innen.

Über die konkrete Organisationsform ihres Zusammenschlusses – Arbeitsgemeinschaft, Gesamtkirchengemeinde oder Fusion – entscheiden die beteiligten Kirchenvorstände bis spätestens Mitte 2026 selbst.