Ruppertsburg feiert gelungene Sanierung der evangelischen Kirche

veröffentlicht 23.06.2026, Evangelisches Dekanat Gießener Land

Mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Gemeindefest hat die evangelische Kirchengemeinde Ruppertsburg die erfolgreich abgeschlossene Außensanierung ihrer Kirche gefeiert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Ort, dem Nachbarschaftsraum sowie aus Politik und Gesellschaft waren gekommen, um dieses besondere Ereignis gemeinsam zu feiern.

Unter den Gästen befanden sich unter anderem Bürgermeister Matthias Meyer, Erster Stadtrat Björn Erik Ruppel, Ortsvorsteher Felix Diehl, Pfarrer Jörg Niesner, Dekanatskantorin Anja Martiné sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Dekanat Gießener Land, Nachbarschaftsraum Laubacher Land und kirchlichen Gremien.

Den Gottesdienst hielt Pfarrer Martin Jung. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Dank für die gelungene bauliche Erneuerung der Kirche, sondern auch die Frage, was Kirche im Innersten ausmacht: ein Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Begegnung.

Bereits vor dem Gottesdienst richtete Artur Niesner, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, das Wort an die Festgemeinde. Er griff das bekannte Sprichwort „Man soll die Kirche im Dorf lassen“ auf und stellte mit einem Augenzwinkern fest, dass man in Ruppertsburg die Kirche zwar im Dorf gelassen, sie aber in den vergangenen Jahren mit großer gemeinsamer Anstrengung umfassend erneuert habe.

Die Kirche stehe mitten im Ort und gehöre zum Dorfbild wie selbstverständlich dazu. In den vergangenen Jahren sei daher viel investiert und gearbeitet worden: Der Kirchturm mit seinem Helm wurde saniert, der Wetterhahn erstrahlt in neuem Glanz. Im Zuge dessen wurden auch die neuen Glocken eingebaut, deren Klang das Gemeindeleben seit einigen Jahren begleitet und zu Gottesdiensten, Andachten und Festen ruft.

Auch während der Corona-Zeit wurde die Außenrenovierung des Kirchturms fortgeführt. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Neugestaltung des Kirchplatzes sowie die Schaffung eines barrierefreien Seiteneingangs. Dadurch ist die Kirche nun deutlich besser zugänglich – insbesondere auch für Menschen mit Gehbehinderung.

Der nun abgeschlossene letzte Bauabschnitt betraf das Kirchenschiff. Die Außenmauern wurden umfassend saniert, Fenster und Türen überarbeitet und die historische Bausubstanz damit für viele weitere Jahrzehnte gesichert.

Artur Niesner betonte, dass ein solches Projekt nur durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter möglich sei. Ein besonderer Dank gelte dem Land Hessen für die Bereitstellung wichtiger Fördermittel, ohne die insbesondere die Sanierung des Turms und des Kirchplatzes nicht möglich gewesen wären. Ebenso habe die Landeskirche, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Baumaßnahmen finanziell unterstützt. Auch das eigene Kirchenvermögen sowie zahlreiche Spenden – etwa für die neuen Glocken – hätten einen wichtigen Beitrag geleistet.

Dank richtete er zudem an das Evangelische Dekanat Gießener Land, die Regionalverwaltung sowie an die Mitarbeitenden der Landeskirche. Stellvertretend wurde Thomas Lang als landeskirchlicher Architekt genannt, der das Projekt zuverlässig begleitet habe. Auch die Fachstellen der Landeskirche im Bereich Denkmalpflege wurden ausdrücklich gewürdigt, da sie mit großem Engagement dazu beigetragen hätten, das historische Erbe der Kirche zu bewahren.

Ein weiterer großer Dank galt den zahlreichen beteiligten Handwerksbetrieben aus der Region und darüber hinaus, die mit ihrer Arbeit wesentlich zum Gelingen der Sanierung beigetragen haben. Stellvertretend wurde unter anderem die Firma Torsten Diehl aus Ruppertsburg genannt.

Besonderer Dank ging außerdem an das Architekturbüro Seidel und Muskau. Die Architektinnen Stefanie Muskau und Silke Rothmann hätten mit ihrer fachlichen Planung und Baubegleitung entscheidend zum erfolgreichen Abschluss der Arbeiten beigetragen.

In seiner Ansprache erinnerte Artur Niesner daran, dass Kirche nicht nur aus Stein, Holz und Schiefer bestehe. Unter Bezug auf den ersten Petrusbrief („Lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufbauen“, 1. Petrus 2,5) machte er deutlich, dass die eigentliche Kirche aus den Menschen bestehe, die sie mit Leben füllen.

Die Handwerker hätten die äußeren „Steine“ der Kirche gesichert und erneuert – doch lebendig werde Kirche erst durch die Menschen vor Ort. Jede und jeder sei ein Baustein der Gemeinschaft, die Kirche trage und gestalte.

Abschließend richtete er einen Blick in die Zukunft: Kirche bleibe dann lebendig, wenn Menschen sich einbringen, mitmachen und Gemeinschaft gestalten – sei es beim Singen, bei Festen, in der Kinder- und Seniorenarbeit oder im Ehrenamt. Nur so bleibe die Kirche nicht nur im Dorf, sondern auch im Herzen der Menschen lebendig.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde gemeinsam gefeiert. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Villingen unter Leitung von Dennis Domladovac, die Horloffstimmen aus Gonterskirchen und Nonnenroth unter Leitung von Sandra Böhm, der Sängerbund Ruppertsburg unter Leitung von Hermann Wilhelmie sowie die Band „In Six Volumes“.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Kuchen aus dem Dorf und dem Nachbarschaftsraum sowie herzhafte Speisen wurden angeboten. Das Kindergottesdienst-Team übernahm das Kinderschminken, und zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Die vielen Besucherinnen und Besucher machten deutlich, welche große Bedeutung die Kirche für das Gemeindeleben in Ruppertsburg hat. Mit der abgeschlossenen Sanierung wurde nicht nur ein historisches Gebäude bewahrt, sondern auch ein zentraler Ort der Gemeinschaft gestärkt.