EKHN-Synode übernimmt Resolution aus dem Dekanat Gießener Land

veröffentlicht 23.04.2026, Evangelisches Dekanat Gießener Land

Ein Anliegen aus dem Dekanat Gießener Land hat es bis auf die landeskirchliche Ebene geschafft – und dort breite Zustimmung gefunden: Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat heute auf ihrer Frühjahrstagung, die vom 23. bis 25. April in Frankfurt stattfindet, eine Resolution zur Zukunft von Integrationskursen verabschiedet. Ausgangspunkt war ein Antrag der Dekanatssynode Gießener Land, dessen zentrale Inhalte die Kirchensynode übernommen und zur eigenen Position gemacht hat.

Bereits am 21. März 2026 hatte sich die Dekanatssynode Gießener Land in Nieder-Ohmen intensiv mit den Folgen eingeschränkter Integrationskurse befasst und die Resolution „Sprache öffnet Zukunft – Integrationskurse sichern“ beschlossen. Darin fordert das Dekanat Gießener Land unter anderem einen verlässlichen Zugang zu Sprachförderung sowie langfristige Planungssicherheit für Träger und Lehrkräfte. Ziel war es, das Thema in die Landessynode einzubringen – mit Erfolg.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, seit Februar 2026 vielen Menschen den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen zu verwehren. Bundesweit sind davon nach Schätzungen rund 130.000 Teilnehmende betroffen – darunter Geflüchtete aus der Ukraine sowie Asylsuchende im Verfahren. Auch Bildungsträger und Lehrkräfte stehen dadurch vor erheblichen Unsicherheiten.

„Sprache ist der Schlüssel zu Integration – sie eröffnet Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe“, betont Dekanin Barbara Lang. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Initiative auf landeskirchlicher Ebene aufgegriffen wurde und nun ein klares Signal gesetzt wird: Integration darf nicht ausgebremst werden.“

Auch Raphael Maninger, Referent für gesellschaftliche Verantwortung und Bildung im Dekanat Gießener Land, hatte bereits auf der Dekanatssynode im März auf die Problemlage hingewiesen. „Wenn Menschen bereit sind zu lernen, ihnen aber der Zugang zu Sprachkursen verwehrt wird, ist das nicht nur integrationspolitisch widersprüchlich, sondern auch gesellschaftlich kurzsichtig“, so Maninger. „Sprachförderung ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine zentrale Voraussetzung für gelingende Integration.“

Die Kirchensynode macht deutlich, dass der Ausschluss vieler Menschen von Integrationskursen beendet werden muss. Zugleich warnt sie vor den Folgen kurzfristiger Einsparungen: Gewachsene Integrationsstrukturen könnten zerstört werden, qualifizierte Lehrkräfte gingen verloren. Integration müsse von Anfang an ermöglicht werden – nicht erst nach langwierigen Verfahren.

Neben der Stellungnahme zu Integrationskursen setzte die EKHN-Synode auch weitere Schwerpunkte in der Asylpolitik. So fordert sie unter anderem die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards bei der Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sowie den Verzicht auf Freiheitsbeschränkungen für Schutzsuchende in Erstaufnahmeeinrichtungen.

Für das Dekanat Gießener Land ist die Entscheidung der EKHN-Synode ein wichtiges Signal – auch über die Kirche hinaus. „Als Kirche bringen wir uns in gesellschaftliche Debatten ein, wo es um Menschenwürde und Teilhabe geht“, so Maninger. „Dass unsere Initiative auf so breite Zustimmung gestoßen ist, bestärkt uns darin, diesen Weg weiterzugehen.“