Dekanat Gießener Land bringt Jugendprojekt „Mobile Home“ auf den Weg: 50.000 Euro Anschubfinanzierung beschlossen – Spenden sollen neue Begegnungsräume für Jugendliche schaffen

veröffentlicht 04.05.2026, Evangelisches Dekanat Gießener Land

Das Evangelische Dekanat Gießener Land geht neue Wege in der Arbeit mit jungen Menschen: Mit dem Projekt „Mobile Home“ entsteht derzeit ein mobiles Jugendangebot für den Nachbarschaftsraum „Unterer Vogelsberg“. Ziel ist es, Jugendliche im ländlichen Raum besser zu erreichen – direkt vor Ort, flexibel und nah an ihrer Lebenswelt.

Auf seiner Frühjahrssynode hat das Dekanat dafür jetzt ein klares Signal gesetzt: Bis zu 50.000 Euro wurden für das Projekt in Aussicht gestellt. Weitere Fördermittel sind bereits bewilligt, sodass das Vorhaben zunehmend konkrete Formen annimmt.

Damit alle Jugendlichen erreicht werden

Hinter dem Projekt steht eine klare Erfahrung aus der Praxis: Viele Jugendliche im ländlichen Raum können Angebote schlicht nicht erreichen. Lange Wege, schlechte Busverbindungen und die Abhängigkeit von Fahrdiensten führen dazu, dass Teilhabe oft vom Wohnort abhängt.

Eine Strecke, die mit dem Auto 15 Minuten dauert, kann mit dem öffentlichen Nahverkehr über eine Stunde in Anspruch nehmen. Für viele junge Menschen ist das eine reale Hürde. „Wenn Jugendliche nicht zu uns kommen können, dann müssen wir zu ihnen kommen“, sagt Projektinitiator Mischa Jung, Gemeindepädagoge im Dekanat Gießener Land. „Es geht um faire Chancen – unabhängig davon, in welchem Dorf jemand lebt.“

Ein Jugendzentrum auf Rädern

Die Antwort darauf ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: ein mobiles Jugendzentrum.

Ein ausgebauter Transporter mit Anhänger bringt alles mit, was moderne Jugendarbeit braucht – von Spiel- und Kreativmaterialien über Technik bis hin zu Sitzmöglichkeiten, Pavillons und einer mobilen Bühne. Innerhalb kurzer Zeit entsteht so an wechselnden Orten ein Treffpunkt für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft.

Ob Jugendgottesdienst mit Open-Air-Charakter, Kinoabend, Workshop, Konzert, Treffpunkt zum Reden oder einfach ein Ort zum Chillen – das Angebot passt sich flexibel den Bedürfnissen vor Ort an.

Kirche wird sichtbar – mitten im Leben

Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 27 Jahren – unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Es setzt bewusst auf Offenheit, Beteiligung und Lebensweltorientierung. Jugendliche gestalten aktiv mit, bringen eigene Ideen ein und entscheiden mit, was vor Ort passiert.

„‚Mobile Home‘ ist mehr als ein Angebot – es ist eine Haltung“, sagt Mischa Jung. „Wir gehen raus, wir hören zu und wir gestalten gemeinsam mit jungen Menschen Räume, in denen sie sich ernst genommen fühlen.“

Gleichzeitig wird Kirche damit sichtbar – nicht nur im Gebäude, sondern im öffentlichen Raum: auf Dorfplätzen, Schulhöfen, bei Festen oder Veranstaltungen.

Projekt mit Strahlkraft für die Region

Zum Nachbarschaftsraum „Unterer Vogelsberg“ im Dekanat Gießener Land gehören Orte wie Flensungen, Ilsdorf, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Merlau, Freienseen, Unter-Seibertenrod, Groß-Eichen und Sellnrod. Die Region ist geprägt von einer dörflichen Struktur und großen Entfernungen – und genau hier braucht es neue Wege in der Jugendarbeit.

Das mobile Konzept ist dabei bewusst so angelegt, dass es perspektivisch auch in anderen Regionen des Dekanats eingesetzt werden kann – etwa bei Konfi-Tagen, Gemeindefesten, Schulaktionen oder regionalen Veranstaltungen.

Damit wird „Mobile Home“ zu einem Projekt mit Strahlkraft über den eigenen Sozialraum hinaus.

Breite Unterstützung – weitere Spenden gefragt

Entwickelt wurde das Konzept von Mischa Jung. Gemeinsam mit einem Team arbeitet er derzeit intensiv an der Finanzierung. Ein großer Teil der Mittel konnte bereits durch Fundraising eingeworben werden.

Für die vollständige Umsetzung werden – je nach Ausbaustufe – bis zu 172.500 Euro benötigt. Das Dekanat setzt deshalb weiterhin auf Unterstützung aus der Region. Spenden sind möglich unter: twn.gl/mobile

„Jede Spende hilft dabei, Jugendlichen echte Begegnungsräume zu schaffen – direkt vor ihrer Haustür“, betont Dekanin Barbara Lang.

Start für 2027 geplant

Der offizielle Projektstart ist für Sommer 2027 vorgesehen. Geplant ist eine öffentliche Auftaktveranstaltung, bei der das mobile Jugendzentrum erstmals vorgestellt wird. Anschließend soll es regelmäßig verschiedene Orte anfahren.

Mit „Mobile Home“ setzt das Evangelische Dekanat Gießener Land ein deutliches Zeichen: Kirche will auch im ländlichen Raum präsent sein – nah bei den Menschen und besonders bei der jungen Generation.