Evangelisch im Gießenerland

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KV-Wahl

Wirberg mit höchster Wahlbeteiligung in der Landeskirche

StenderFrauen mit Masken und rosa Briefen, blaue PlastikkisteWahlbriefe auspacken und registrieren in Oppenrod

85 Prozent der rund 700 Evangelischen in der Kirchengemeinde Wirberg sind am Sonntag zur Wahl gegangen. Nach Auszählung der Hälfte aller Stimmen vom Montag führt die Gemeinde im Dekanat Grünberg die Liste bei der Wahlbeteiligung an. Bei dem Urnengang in mehr als 1000 Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zeichnet sich die beste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab.

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Menschen mit Masken um einen Tisch mit vielen Stapeln Blättern Mann schüttet Wahlzettel auf einen Tisch Menschen an zwei Tischen beim Zählen Großer Papierstapel, Karton und Frau mit Maske am Tisch

Die drei Dekanate im Gießener Land stehen bei der Wahlbeteiligung insgesamt ebenfalls wesentlich besser da als bei der letzten Wahl vor sechs Jahren. Im Dekanat Hungen wählten 34,9 Prozent, im Dekanat Grünberg 34 Prozent und im Dekanat Kirchberg 29 Prozent der evangelischen Christen. 2015 lag der Durchschnitt bei gut 27 Prozent. Die zweithöchste Wahlbeteiligung in den drei Dekanaten erreichte Bettenhausen im Dekanat Hungen mit 63,5 Prozent. Der Grünberger Ortsteil Stockhausen erreichte mit 61,3 Prozent die dritthöchste Wahlbeteiligung. Vor sechs Jahren kam nur eine Gemeinde in der Region über 50 Prozent Wahlbeteiligung.

In Langsdorf  (Dekanat Hungen ) wählten 48,7 Prozent, in Treis/Lda (Dekanat Kirchberg) 48,6 Prozent, in Weickartshain (Dekanat Grünberg) 48,3 Prozent, in Birklar (Dekanat Hungen) 47,6 Prozent, in Saasen 44,3 und in Burkhardsfelden (beide Dekanat Kirchberg) 43,8 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung verzeichnete die Marienstiftsgemeinde Lich mit 11,8 Prozent. Fast 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler in der größten Kirchengemeinde in der Dekanats-AG haben von der Möglichkeit zur Online-Wahl Gebrauch gemacht. Das hat jedoch nicht dazu beigetragen, dass mehr Menschen in Lich ihr Wahlrecht nutzten. Auch in Londorf (Dekanat Grünberg) war die Wahlbeteiligung niedrig. Sie lag hier bei 13,9 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung im Dekanat Kirchberg hatte Winnerod mit 18,9 Prozent.

Bei dieser Wahl hatten die Gemeinden größere Freiheiten bei der Festlegung der Größe ihrer Kirchenvorstände. Angesichts der mancherorts schwierigen Kandidatengewinnung vergrößerten nur drei Gemeinden ihren Vorstand; rund die Hälfte nutzte die Möglichkeit der Verkleinerung. Außerdem entschieden sich viele Kirchengemeinden für die Listenwahl. Dabei entspricht die Zahl der zu Wählenden der Anzahl der Kandidierenden. Die Wählerinnen und Wähler konnten mit einem Kreuz die gesamte Liste bestätigen.

Es gibt auch in den neuen Kirchenvorständen mehr Frauen als Männer. Allerdings geht ihr Anteil von 73 Prozent auf 68,8 Prozent leicht zurück. Fünf Kirchenvorstände setzen sich ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern zusammen. In zwei Gremien gibt es mehr Männer als Frauen und in sechs Vorständen sitzen zukünftig genauso viele Männer wie Frauen.

Die meisten Kirchenvorstandsmitglieder rekrutieren sich aus den Altersgruppen zwischen 40 und 60 Jahren. Nur wenige Neue sind unter 30 oder über 70. Etwa ein Drittel der Gewählten sind neu in der Gemeindeleitung. In sieben Kirchenvorständen werden zukünftig Jugenmitglieder im Alter zwischen 14 und 17 mitreden dürfen.

Gast die Hälfte der Gewählten arbeitet in einem Angestelltenverhältnis. Beamte, Selbständige und Personen im Ruhestand sind etwa gleich stark vertreten. Hausfrauen  und – männer stellen nach den Schülerinnen und Schülern die kleinste Gruppe.

Die Kirchenvorstände müssen die jetzt vorliegenden vorläufigen Ergebnisse in den nächsten Tagen überprüfen und bestätigen. Nach der Bekanntgabe der Namen in den Sonntagsgottesdiensten sind noch eine Woche lang Einsprüche gegen das Ergebnis möglich. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. September 2021.

Rekordbeteiligung in der gesamten Landeskirche

Einem ersten Trend zufolge lag die Beteiligung in der Landeskirche bei 25 Prozent der Wahlberechtigten gegenüber 18,5 Prozent sechs Jahre zuvor. Zuletzt war 1985 eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung mit fast 23 Prozent zu verzeichnen. In 1.059 evangelischen Gemeinden war am Sonntag (13. Juni) über die Zusammensetzung der ehrenamtlichen Kirchenvorstände für die nächsten sechs Jahre entschieden worden. Zur Wahl aufgerufen waren 1,2 Millionen evangelische Kirchenmitglieder ab 14 Jahren. Rund 10.000 Kandidierende hatten sich zur Wahl gestellt.

 

Hohe Wahlbeteiligung besonders in Gemeinden mit reiner Briefwahl

 

Angesichts der Corona-Pandemie hatten sich in diesem Jahr 642 Kirchengemeinden mit über 700.000 Wahlberechtigten für eine reine Briefwahl entscheiden. Dies trug ersten Erkenntnissen zufolge entscheidend zur guten Wahlbeteiligung bei. 287 Kirchengemeinden führten eine Wahl in klassischen Wahllokalen unter besonderen Hygienestandards durch, für die knapp 340.000 Menschen wahlberechtigt waren. Zu den 129 Kirchengemeinden mit über 220.000 Wahlberechtigten, die erstmals eine Online-Wahl anboten, gehörte auch die Marienstiftsgemeinde Lich. Bei der Übermittlung der Daten war es am Sonntagabend zunächst zu Problemen gekommen, die am Montagmorgen aber gelöst wurden. Da im September noch Nachwahlen in mehr als einem Dutzend Gemeinden anstehen, wird mit einem offiziellen Wahlergebnis für die gesamte EKHN erst im Herbst gerechnet.

 

Die neue Amtsperiode beginnt am 1. September 2021.

 

Kirchenpräsident Jung: Dank in einer durch die Pandemie bestimmten Zeit

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung dankte allen Kirchengemeinden und den Kandidierenden für ihre Bereitschaft, „in einer durch die Pandemie bestimmten Zeit mit Ihrem Engagement bewusst Verantwortung vor Ort zu übernehmen“. Jung: „Diese Wahl war durch Corona wie keine Kirchenvorstandswahl zuvor. Es verdient viel Anerkennung, wie sorgsam und engagiert in den über 1000 Gemeinden die Wahl vorbereitet und durchgeführt wurde.“ Er gratulierte den Gewählten und wünschte ihnen Gottes Segen für ihr Amt. Jung: „Viele Tausend Menschen in unserer Kirche engagieren sich ehrenamtlich und übernehmen dabei große Verantwortung. Sie gestalten ihre Kirche bewusst mit und sorgen dafür, dass Auftrag und Botschaft des Evangeliums lebendig bleiben. Und so die frohe Botschaft von der Liebe Gottes Menschen stärken, trösten, orientieren und in die Gesellschaft hinein wirken kann. Ihre Arbeit ist Schatz und Herz der evangelischen Kirche.“

Präses Oelschläger: Dank für großes ehrenamtliches Engagement

Der Präses der EKHN-Kirchensynode, Ulrich Oelschläger, dankte allen Wählerinnen und Wählern. Mit ihrer Teilnahme an den Kirchenvorstandswahlen 2021 hätten sie „grundlegende Elemente der evangelischen Kirche unterstützt, nämlich den Aufbau der Kirche von unten und die ehrenamtliche Leitung vor Ort“. Der „oberste Ehrenamtliche“ der EKHN begrüßte alle neu- und wiedergewählten Kirchenvorsteher und Vorsteherinnen in ihrem neuen Amt. Er wies darauf hin, dass es nun an ihnen läge, auch für die weiteren Leitungsgremien der EKHN, die Dekanatssynoden und die Kirchensynode, die Verantwortung zu übernehmen. Oelschläger: „Evangelische Kirche lebt davon, dass Menschen ihren Sachverstand, ihre Persönlichkeit und ihren Glauben einbringen.“

Mehr zur Wahl im Internet unter: www.meinewahl.de

 

 

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