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Vorbereitung per Videokonferenz

Weltgebetstag blickt auf Vanuatu

Heiner HeineDie Künstlerin Juliette Pita mit dem Motivbild zum Weltgebetstag 2021Die Künstlerin Juliette Pita mit dem Motivbild zum Weltgebetstag 2021

83 Inseln im Südpazifik formen das Land Vanuatu, früher Neue Hybriden genannt. Von dort kommt die Liturgie für den diesjährigen Weltgebetstag am Freitag, den 5. März. Auch in den Dekanaten Grünberg, Hungen und Kirchberg werden an diesem Tag Gottesdienste unter dem Motto „Worauf bauen wir?“ gefeiert.

Ob dies in Präsenzgottesdiensten, per Video oder in gemischten Formen geschieht, hängt von der Entwicklung der Covid-19-Pandemie ab. Die Vorbereitung jedenfalls wird am 5. und 6. Februar 2021 in den drei Dekanaten als Videokonferenz und für Frauen, denen die technischen Voraussetzungen fehlen, als Präsenzveranstaltung angeboten.

Am Freitag, den 5. Februar gibt es von 16 bis 18 Uhr eine Konferenz, in der das Land Vanuatu und die Lebenssituation der Frauen dort vorgestellt wird. Den Schwerpunkt Bibelarbeit und Gottesdienst hat die Veranstaltung am Samstag, den 6. Februar, von 10 bis 12 Uhr. Für Frauen, die nicht die notwendigen technischen Möglichkeiten in Form von Computer und Laptop mit Kamera und Mikrofon, Tablet oder Smartphone haben, bieten die Evangelischen Frauen am Samstag, den 6. Februar von 10 bis 13 Uhr zusätzlich eine Präsenzveranstaltung im Lollarer Gemeindehaus, Daubringer Straße 54, an. Dieses Treffen findet unter den üblichen Corona-Schutzmaßnahmen mit obligatorischen Masken und Abstandsregeln statt. Auch Singen wird nicht möglich sein.

Anmeldungen aus dem Dekanat Kirchberg nimmt Luise Böttcher telefonisch unter 06408 6023078 oder per Mail unter anluibo@web.de entgegen. Im Dekanat Hungen gehen die Anmeldungen an Margit Jochim, Tel. 06404 2524, E-Mail margit.jochim@t-online.de, im Dekanat Grünberg an Ida Becker, Tel. 06407 1542, E-Mail becker.ida@t-online.de.

Der Weltgebetstag

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland werden rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen.

Liturgie aus Vanuatu

Die Frauen aus Vanuatu bitten auf ihr Land zu schauen, ihre Lebensumstände zu erfahren und solidarisch mit ihnen in eine gerechtere Zukunft zu schauen.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Stei­gende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbel­stürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.

Keine Frau im Parlament

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten ver­kaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal ge­walttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

Auch hier in Deutschland will der Weltgebetstag in diesem Jahr für das Klima tätig werden. Deshalb sind bienenfreundliche Samen im Sortiment, die dazu beitragen sollen, Lebensraum für Bienen zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhalten (https://www.eine-welt-shop.de/weltgebetstag/).

Mehr Informationen: www.weltgebetstag.de

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