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Herbstsynode 2018

Sexualisierte Gewalt: Leid stellen, Unrecht anerkennen, Prävention weiter stärken

Imgorthand/istockphoto.comMissbrauch an KindernMissbrauch an Kindern

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung stellt sich vor der Synode dem Thema sexualisierter Gewalt.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat es als „unabweisbare Verpflichtung“ bezeichnet, sich dem „Schmerz und dem Leid der Menschen zu stellen, die in der Kirche unter sexualisierter Gewalt gelitten haben und immer noch leiden.“ Er sagte am Freitagabend vor der in Frankfurt am Main tagenden Kirchensynode, dass die hessen-nassauische Kirche auch weiterhin alles tun werde, „um das geschehene Unrecht anzuerkennen, Aufarbeitung zu ermöglichen, Leid lindern zu helfen und zugleich für die Prävention zu lernen und Konsequenzen zu ziehen.“ Er schlug vor, das Thema im nächsten Jahr zu einem Schwerpunkt einer Synodaltagung zu machen.

Studien begrüßt

Jung begrüßte den aktuellen Beschluss der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Einrichtung einer unabhängigen zentralen Ansprechstelle neben den bereits bestehenden Stellen in den Landeskirchen. Er sagte zu, dass sich die EKHN auch an den von der EKD geplanten Studien zum Thema Missbrauch beteiligen wolle. Es sei wichtig, durch eine externe Betrachtung in Kirche und Diakonie deutlicher als bisher „systemische Risikofaktoren zu erkennen und in den Blick zu nehmen“. Er begrüßte auch eine weitere wissenschaftliche Studie, die das sogenannte Dunkelfeld in der evangelischen Kirche und Diakonie ausleuchten solle. „Hier sind wir auf das analytische Instrumentarium wissenschaftlicher Arbeit angewiesen und sind selbstverständlich zu jeder möglichen Form der Kooperation bereit“, erklärte der Kirchenpräsident.

Maßnahmen weiter verstärken

Erfahrungen in der Begleitung und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der EKHN sind nach Worten Jungs auch in den zuletzt von der EKD vorgestellten Aktionsplan gegen sexualisierte Gewalt eingeflossen. Im Jahr 2010 habe die EKHN bereits unmittelbar reagiert, als sich im Zuge der damaligen Debatte um sexualisierte Gewalt auch bei der EKHN vermehrt Betroffene gemeldet hätten. Konkrete Ansprechpartnerinnen und -partner für Opfer seien benannt und eine Kommission zum Thema sexualisierter Gewalt eingerichtet worden. Seitdem seien die Präventionsmaßnahmen noch einmal verstärkt und ständig weiterentwickelt worden.

In 70 Jahren 50 Verdachtsfälle bekannt

Nach derzeitigem Kenntnisstand sind in der hessen-nassauischen Kirche seit ihrer Gründung im Jahre 1947 bis heute 50 Fälle aufgetreten, bei denen der Verdacht bestand, dass Menschen im Bereich der EKHN zu Opfern sexualisierter Gewalt wurden. Dabei wurden nach Worten Jungs 16 mal Pfarrer verdächtigt. In zwölf Fällen hätten keine Ermittlungen mehr geführt werden können, weil die Beschuldigten verstorben waren. Ein Verdacht habe sich als unbegründet erweisen. Genau dreimal seien kirchliche Dienstrechts-Verfahren eingeleitet worden. In den anderen Fällen hätten sich die Anschuldigungen gegen Erzieher, Ehrenamtliche oder Mitarbeitende im kirchenmusikalischen Bereich gerichtet. In der Gesamtzahl seien auch alle bekannten Fälle aus Heimen in evangelischer Trägerschaft enthalten.

 

Mehr Informationen zur Synode
Aktuelle Entscheidungen gibt es auf www.EKHN.de und bei Twitter unter dem Hashtag #ekhnsyn.
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