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Dankbarkeit und ungewisse Zukunft

Neuer Vorstand beim Küsterbund der EKHN

© Rainer SeipGruppenfotoDer neue Vorstand des Küsterbundes der EKHN (von links nach rechts): Carsten Schwöbel (Vorsitzender), Dirk Augustini (stellv. Vorsitzender), Heidi Quadrizius, Petra Albohn, Lothar Dittmar.

Küsterinnen und Hausmeister der EKHN trafen sich in Offenbach zu ihrer Jahreshauptversammlung. Nach 28 Jahren verabschiedete sich Josef Voege als Vorsitzender. Sein Nachfolger Carsten Schwöbel blickt angesichts des Zukunfts- und Sparprozesses „ekhn2030“ besorgt auf die Zukunft der Berufsorganisation. Dem Vorstand gehört jetzt auch die Licher Küsterin Petra Albohn an.

© Rainer SeipGruppenfoto bei der Veranschiedung, alle mit Blumensträußen in der HandKüsterbund der EKHN: Der ehemalige Vorsitzende Josef Voege (links) mit Birgit Heckel und Volker Seip.

Von Detlef Schneider (Evangelische Sonntags-Zeitung)

„Ich bin dankbar für die lange Zeit, die ich mit dem Vorstand und dem Küsterbund erleben durfte“, sagte Josef Voege. Bei der Jahreshauptversammlung des Küsterbundes in der Offenbacher Markuskirche verabschiedeten ihn die rund 50 Anwesenden nach 28 Jahren aus seinem Ehrenamt. Die Festpredigt zum Gottesdienst hielt die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN Ulrike Scherf. Sie würdigte die Arbeit von Küsterinnen und Küster. „Mit Ihrem Dienst haben Sie Anteil an der Verkündigung des Wortes Gottes“, sagte sie. Denn neben Texten und Worten wären auch Elemente der Verkündigung wichtig, die Küsterinnen und Küster gestalteten. Dazu gehöre etwa ein ansprechender Raum, Blumen, Paramente und Glockengeläut. „Mit Sorgfalt und Fachkenntnis üben Sie Ihren Beruf aus und sorgen dafür, dass Glaube spürbar und sichtbar wird. Im Miteinander der verschiedenen Dienste entsteht so ein vielfältiges Ganzes“, so Scherf.

Scherf hob zugleich das Engagement des Küster- und Küsterinnenbundes heraus, der für fachliche Fortbildung der Mitglieder, die Beratung und Unterstützung in dienstlichen Angelegenheiten, die Vertretung arbeitsrechtlicher Interessen, die Förderung des Verständnisses für die Besonderheit des Küsterdienstes und des Auftrages der Kirche gesorgt habe.  Scherf blickte auch auf die anstehenden Reformprozesse der Kirche, die Auswirkungen auf den Küsterdienst habe. Mit dem Reformprozess „ekhn2030“ werde beispielsweise der Verkündigungsdienst anders organisiert und der Gebäudebestand reduziert. Scherf: „Was aber bleiben wird, ist die Bedeutung Ihres Dienstes, durch den Menschen in unseren Kirchen und Gottesdiensträumen willkommen geheißen und geistlich angesprochen werden - mit allen Sinnen

Die Stellvertretenden Kirchenpräsidentin dankte Josef Voege für seinen Dienst in seiner Amtszeit sowie auch Birgit Heckel und Volker Seip, die ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschieden sind.

Die Mitglieder  des Küsterbundes wählten den Frankfurter Küster Carsten Schwöbel zum neuen Vorsitzenden. Er, Dirk Augustini und Petra Albohn bilden den Vorstand, dem nun auch Lothar Dittmar aus Wiesbaden sowie Heidi Quadrizius aus Lich neu angehören.

 

Der neue Vorstand des Küsterbundes blickt mit Sorge auf den Prozess „ekhn2030“

Wie in den vergangenen Jahren war die Zukunft des Küsterberufes und damit auch ihrer Berufsorganisation ein Thema. „Es gibt heute schon kaum noch volle Küsterstellen. Stattdessen werden in den Gemeinden Garten- und Reinigungsfirmen engagiert sowie auf Ehrenamtliche gesetzt“, sagte Voege. Auch die Mitgliederzahlen im Küsterbund sänken dadurch. Die Organisation bietet Grundkurse zum Ausüben des Küsterberufs an. Wegen der wenigen Anmeldungen falle der diesjährige Kurs aus.

„Ich bin wie auch Josef Voege pessimistisch, wie viel am Ende vom Küsterbund übrig bleiben wird“, sagt Carsten Schwöbel. Angesichts des Prozesses „ekhn2030“ wünscht er sich vor allem, dass der Küsterbund von Kirchenleitung und Synode stärker in Entscheidungen hinsichtlich Sparmaßnahmen eingebunden wird.

Mit dem Abschied von Josef Voege gehe eine Ära zu Ende, sagte Schwöbel. Er lobte Voege für sein vielfältiges Engagement. Voege beteiligte sich in den 1990er Jahren an der Gründung des Bundes europäischer Küster, aus dem im Jahr 2007 der Deutsche evangelische Küsterbund hervorging. Zudem war Voege lange Zeit in der arbeitsrechtlichen Kommission der Landeskirche tätig, hat dort das Arbeits- und Tarifrecht mit verhandelt. „Ich bin auch dankbar dafür, dass meine Familie mich in all der Zeit unterstützt hat“, sagte er. Insbesondere dann, wenn er an den Wochenenden arbeiten musste oder zu abendlichen Kirchenvorstandssitzungen gefahren ist.

Noch bis Februar 2023 wird Voege in Sulzbach als Küster arbeiten, bevor er in den Ruhestand geht. Dann möchte er das tun, wozu er sonst nur selten gekommen sei: „Ich möchte wandern gehen und vor allem auch mal übers Wochenende wegfahren. Als hauptamtlicher Küster habe ich nämlich nur vier freie Wochenenden im ganzen Jahr“, sagte er.

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