Evangelisch im Gießenerland

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Zukunft der Kirche

Mit Leuchtfeuern Orientierung geben

StenderRolf Klingmann auf der Kirchberger KanzelRolf Klingmann auf der Kirchberger Kanzel

502 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg steht die Evangelische Kirche vor großen Herausforderungen. Im Vertrauen auf den festen Grund, den sie mit der Botschaft Jesu Christi habe, könne sie diese Herausforderungen jedoch bewältigen, versicherte der Rolf Klingmann, ehemaliger Dekan des Dekanats Kirchberg, in seiner Predigt im zentralen Gottesdienst des Dekanats Kirchberg zum Reformationsfest am Donnerstag.

„Der Glaube – Leuchtturm oder Fata Morgana?“ Diese Frage stand über der Ansprache des ehemaligen Anneröder Pfarrers in der Kirche auf dem Kirchberg bei Lollar. „Beim Autofahren helfen Google Maps und GPS“, aber angesichts von Kriegen, Hass und Hetze im Internet sowie gesellschaftlichen und politischen Verschiebungen werde die Suche nach Orientierung immer schwieriger, führte Klingmann aus. Christlicher Glaube, der sich in der Zugehörigkeit zu einer Konfession äußere, verliere dabei zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen kehrten den Kirchen den Rücken und erklärten den Glauben damit gewissermaßen zur „Fata Morgana“. 2060, so eine aktuelle Einschätzung, werde sich die Zahl der Mitglieder in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) halbiert haben. Die Ankündigung, in der Landeskirche seien bis 2030 Einsparungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro notwendig, stelle die Kirche vor die Frage: „Wie halten wir den Kern unseres Handelns aufrecht? Wie kann unter diesen Bedingungen Verkündigung und Nähe zu den Menschen weiter gewährleistet werden?“

Aufgaben der Gemeinden

Auch die Gemeinden im Dekanat müssten sich überlegen, welche Aufgaben sie in Zukunft leisten könnten und wovon sie sich möglicherweise trennen müssten. „Eine Kirche mit Leuchtturmcharakter“ werde vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen „mehr und mehr zur Fata Morgana“, warnte der ehemalige Dekan. Ihr Angebot verkomme zu „eingeübten Bewegungen heißer Luft.“ Der statische Leuchtturm tauge nicht als Zukunftsbild für eine sich wandelnde Kirche, erklärte Klingmann der Gemeinde in den gut besetzten Kirchenbänken. Das Licht von tausend Kerzen, die Wärme und Ausstrahlung von vielen Leuchtfeuern entsprächen der Strahlkraft des Glaubens an Jesus Christus viel eher. Jesus Christus habe nicht nur die Menschen mit Liebe angesteckt, er begleite sie auch in Zeiten von Unsicherheit und Erschöpfung. „Selbstbewusst und nicht geduckt“ könnte deshalb auch eine kleiner werdende Kirche weiter wirken und Orientierung geben.

Viele Leuchtfeuer vor Ort

Leuchtfeuer sieht Klingmann in der Region bereits viele: Gelungene Aktionen in Dekanat und Kirchengemeinden, engagierte Ehrenamtliche, zugewandte Seelsorge und funktionierende Einrichtungen der Diakonie. Zu den Leuchtfeuern zählte er auch die Kirchenmusik, die mit dem Dekanatschor Collegium vocale Kirchberg im Gottesdienst vertreten war. Die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Dekanatskantorin Daniela Werner trugen mehrere Stücke aus dem Pop- und Gospeloratorium „Jesaja“ (Solo: Noah Bergmann-Franke) zum Gottesdienst bei. Dekan Hans-Theo Daum, sein Stellvertreter Dieter Sandori, Pfarrer Traugott Stein und die Vorsitzende der Dekanatssynode, Annette Vogel, teilten sich die liturgischen Texte. 

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