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Propst Schmidt beim Jubiläumsgottesdienst in Grüningen:

"Menschen brauchen Kirchenräume"

StenderBürgermeister Schöfmann gratuliert zum JubiläumBürgermeister Schöfmann gratuliert zum Jubiläum

Mit Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft, Sekt und Schnittchen feierte die evangelische Kirchengemeinde Grüningen am Ostersonntag in einem Festgottesdienst das 350jährige Jubiläum ihres Kirchenschiffs.

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Dekanin Alt, Propst Schmidt und Kirchenvorstandsvorsitzender Noack beim Empfang Töchter und Vater Eichhorn machten die Musik Reinhold Hahn sprach für die Vereine Ein einladendes Buffet Staatssekretär Lösel im Gespräch Gratulierte für den Landkreis: Dezernent Istayfo Turgay Gäste

Am 21. April 1669 erlebte das Gebäude so etwas wie die Auferstehung nach den verheerenden Zerstörungen im 30jährigen Krieg. Auch deshalb war der Ostersonntag der passende Termin für das Gedenken an die Aufbauleistung der Grüninger, nachdem die Stadt von durchziehenden Truppen zweimal fast vollständig zerstört worden war.

„Wir Leut leben wie die Tier, essen Rinden und Gras,“ zitierte Matthias Schmidt, der Propst für Oberhessen, in seiner Predigt einen Augenzeugen aus diesen Kriegstagen. Trotz großer Zerstörungen und großer Not hätten die Grüninger ihre Kirche wieder aufgebaut – ein Zeichen für die große Bedeutung, die das Gebäude für die notleidenden Menschen hatte.

Gilt das auch heute noch, in Zeiten zurückgehenden Gottesdienstbesuchs? Wozu brauchen wir Kirchen angesichts der schwindenden Bedeutung von Religion in der Gesellschaft, fragte Schmidt. Es ist, glaubt man dem Propst, nicht Gott, der die Kirchengebäude braucht. Seine Botschaft müsse hinaus in die Welt. Gott könne man nicht in den Tempeln und Kirchen einsperren, das sei auch die österliche Botschaft: Das Grab könne Jesus nicht festhalten, „kein Raum kann das“.

Besonders an wichtigen Tagen des Lebens und an wichtigen Tagen des Jahres zeigten volle Kirchen, dass Menschen diesen Raum brauchen – und zwar nicht als „Erinnerungsräume an etwas Totes, Vergangenes, „ sondern als Raum zur Vergewisserung: „Schöne Kirchenräume erinnern uns an etwas, das größer ist als unser Alltag und unsere Alltagsorte.“

Die Schönheit und Besonderheit des Grüninger Kirchenraums mit seinen zwei unterschiedlichen Chorräumen, der auch Hessisches Kulturdenkmal ist, lobte Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium. Er überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier. Lösel dankte den Haupt- und Ehrenamtliche in der Kirche, für ihren Einsatz, der auch Dienst für das Gemeinwesen sei. Lösel wie auch Bürgermeister Udo Schöfmann hoben hervor, dass auch der 21. April 1669 auch ein Ostersonntag war. Offenbar, so der Pohlheimer Bürgermeister, haben auch die Menschen vor 350 Jahren den Gedanken der Auferstehung mit dem Wiederaufbau verbunden. In Vertretung von Landrätin Anita Schneider gratulierte der Dezernent des Landkreises Gießen für Integration und Demographie, Istayfo Turgay, der Kirchengemeinde zu ihrem Jubiläum. Reinhold Hahn lobte im Namen der Ortsvereine die gute Zusammenarbeit von Vereinen und Kirchengemeinde.

Im Fürbittengebet gedachte Dekanin Barbara Alt auch der Opfer der gerade erst bekannt gewordenen Anschläge auf Kirchengebäude in Sri Lanka. Pfarrer Matthias Bubel, der die Grüninger Kirchengemeinde seelsorgerisch betreut, war für die Liturgie verantwortlich. Für die beschwingte musikalische Begleitung des Gottesdienstes sorgten drei Mitglieder der Familie Eichhorn. Martin Noack, der Vorsitzende des Grüninger Kirchenvorstands, lud die Festgemeinde nicht nur zum Sektempfang, sondern auch zur nächsten Veranstaltung im Rahmen des Kirchenjubiläums ein. Am Samstag, den 18. Mai 2019 um 19.30 Uhr gastiert das Oberhessische Vocalensemble unter der Leitung von Alexander Grün im Grüninger Gotteshaus. 

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