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Verabschiedung von Dekanin Barbara Alt

"Kämpferin für eine diakonische Kirche"

StenderSegensworte von Dekan Norbert Heide für Dekanin Barbara AltSegensworte von Dekan Norbert Heide (Mitte) für Dekanin Barbara Alt (links). Ganz rechts Propst Matthias Schmidt

In einem feierlichen Gottesdienst entpflichtete Propst Matthias Schmidt am Sonntag die laut Präses Michael Knoll „erste und letzte Dekanin des Dekanats Hungen“ von ihren dienstlichen Aufgaben. Zu den wenigen mit Abstand und Masken in der Marienstiftskirche verteilten Gästen gehörten auch Landrätin Anita Schneider, der Licher Bürgermeister Dr. Julien Neubert und der Leiter der Diakonie Gießen, Holger Claes. Der Gottesdienst wurde auch per Stream übertragen.

Claes würdigte besonders die Leistung der Dekanin und Hungener Pfarrerin für die Hungener Tafel und den im Rahmen der Ottilienstiftung aufgebauten Besuchsdienst. In diesen Zusammenhängen habe er sie als eine Persönlichkeit kennengelernt, die „immer für die Menschen da“ sei. Gerade bei der Tafel sei sie so etwas wie „die Barbara für alles“. Bei der Übergabe der Hungener Tafel an die Diakonie sei ihm bewusst geworden, wie viele Aufgaben Barbara Alt im Rahmen der Tafelarbeit übernommen hatte. „Danke, dass ich diesen Menschen kennenlernen durfte“.

Einsatz für Kundinnen und Kunden der Tafel

Auch Bürgermeister Neubert stellte das Engagement der scheidenden Dekanin für die Hungener Tafel in den Mittelpunkt seiner Grußworte. Wie Claes und Dekanin Alt sei er der Ansicht, dass die Existenz der Tafeln eigentlich ein Skandal sei. Aber: „Ist mit dieser Einstellung aber jemandem geholfen?“ Mit ihrem Einsatz für die Kundinnen und Kunden der Tafel gebe Barbara Alt eine deutliche Antwort.

"Gemeinsam an einem Strang gezogen"

Eine „Kämpferin für eine diakonische Kirche“ nannte der Propst in Oberhessen, Pfarrer Matthias Schmidt, die Dekanin, mit der ihn zehn Jahre gemeinsame Arbeit für die evangelische Kirche in der Region verbinden. „Wir haben gemeinsam an einem Strang gezogen.“ Barbara Alt habe leidenschaftlich ihre Interessen vertreten und um gute Lösungen gerungen. Sie habe gute Wege für die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden des Dekanats gesucht und gefunden. Er würdigte auch die Konsequenz, mit der Barbara Alt ihre Ziele verfolgte: Theologiestudium als junge Mutter, eine der ersten Pfarrerinnen, die sich mit ihrem Mann eine Pfarrstelle teilte, 2004 eine der ersten Dekaninnen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Wichtig sei ihr aber immer die Zusammenarbeit mit ihrem Mann Otto gewesen. Das sei auch der Grund für das Datum des Abschiedsgottesdiensts gewesen: Am 20. Dezember vor 50 Jahren wurde Otto Alt zum Pfarrer ordiniert und Barbara Alt habe sich diesen Termin für ihren Abschied gewünscht. Gewünscht hat sich die Dekanin, die auch Orgelspiel und Chorleitung gelernt hat, schöne Musik im Gottesdienst. Diesen Wunsch erfüllten ihr die Dekanatskantorinnen Anja Martine, Beatrix Pauli und Daniela Werner sowie der Licher Marienstiftskantor Christof Becker und der Leiter des Chors TonArt Hungen, Jochen Stankewitz.

Rolle der Kirche in der Pandemie

In ihrer Predigt setzte sich Dekanin unter anderem mit der Frage der Rolle der Kirche in der Corona-Pandemie auseinander. Das kreative und berührende Engagement in den Kirchengemeinden habe ihr gezeigt, dass Kirche dabei helfen könne, mit Erfahrungen umzugehen, die „wir uns nicht ausgesucht haben“. Das seien Zeichen für die Hoffnung gewesen, „die uns trägt“. Diese Hoffnung finde ihren Ausdruck in der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) formulierten Weihnachtsbotschaft: „Fürchtet euch nicht – Gott bei euch!“

Der Gottesdienst ist unter https://www.youtube.com/watch?v=jfVHG7CrM_k abrufbar.

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