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Filmsoirée mit Gast aus dem 17. Jahrhundert

Frau Merian war begeistert von Surinam

StenderBarbara Alt als Maria Sibylla Merian im gut besetzten Grünberger KinoBarbara Alt als Maria Sibylla Merian im gut besetzten Grünberger Kino

Bei Sekt, Orangensaft und leckeren Schnittchen kamen am Freitag rund 120 Frauen – und ein paar Männer – im Grünberger Kino zur vierten Filmsoirée zum Weltgebetstag zusammen. Nach den angeregten Gesprächen im Foyer und vor dem Spielfilm aus Peru gab es umfangreiche Informationen zum Gastland des Weltgebetstags, Surinam. Mit Maria Sibylla Merian konnte das Publikum einen unerwarteten Gast begrüßen.

Die Hungener Dekanin Barbara Alt erzählte in der Rolle der Frankfurter Naturforscherin und Zeichnerin (1647-1717) Maria Sibylla Merian, was diese bei ihrer Reise 1699 nach Südamerika in Surinam erlebt hatte. Bei der Reise über den atlantischen Ozean hatte Merian ihre jüngste Tochter dabei. Damals lebten neben den indigenen Völkern schwarze Sklaven, und holländische Siedler in dem kleinen Land am Atlantik. Der Urwald, der auch heute noch über 80 Prozent der Fläche des Landes bedeckt, überraschte sie mit einem ihr bis dahin unbekannten Artenreichtum an Pflanzen und Tieren. Ihr Interesse galt besonders den Schmetterlingen. Gerne hätte Merian noch weiter geforscht und gezeichnet. Die Malaria zwang sie jedoch, nach knapp zwei Jahren die Heimreise anzutreten.

Seit den Zeiten der Maria Sibylla Merian hat sich auch in Surinam mit seinen rund 550.000 Einwohnern für die Frauen einiges geändert. Allerdings sind die meisten auch heute noch arm und wegen der schlechten Energieversorgung auch in den Städten häufig gezwungen, auf offenem Feuer die Mahlzeiten zuzubereiten. Das berichtete Doris Wirkner, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung und Bildung in den Dekanaten Grünberg, Hungen und Kirchberg. Schlechte Bezahlung und Kinderarbeit, schlechte Wasser- und Gesundheitsversorgung, Preisverfall der im Land geförderten Rohstoffe und die Abholzung der Regenwälder durch internationale Konzerne belasten Wirtschaft und Gesellschaft im kleinsten lateinamerikanischen Land, so Wirkner weiter.

Die wirtschaftliche Situation des Landes spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass es mit Surinam keinen fairen Handel gibt, betonte Ingrid Volkhardt-Sandori vom Weltladen. Sie bot am Weltladenstand im Kinofoyer deshalb Produkte an, die so ähnlich auch in Surinam produziert und konsumiert werden. Die Pfarrerin, die ehrenamtlich im Weltladenteam arbeitet, hofft, dass in der nahen Zukunft fairer Handel auch mit Produkten aus dem Weltgebetstagsland 2018 möglich sein wird.  

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