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20 Jahre 11. September

Erinnerungen an die Anschläge von New York

Fundus/Hans-Georg VorndranEine Möwe fliegt über New York.Die Skyline von New York.

Deutsche Pfarrer und Pfarrerinnen haben die Terroranschläge von 2001 in New York miterlebt. Die Bilder der Anschläge haben sie noch vor Augen.

Als der American-Airlines Flug am 9. September 2001 in den Nordturm des World Trade Centers kracht, steht Pfarrer Sönke Schmidt-Lange vor einer Klasse. Religionsunterricht in der internationalen Schule in Whiteplains, einem Vorort von New York. Kurz darauf klopft es, der Direktor will ihn sprechen. Er unterrichtet ihn über den  Anschlag. Die beiden lassen alle Klassen in der Aula zusammenkommen, gemeinsam beten sie das Vaterunser.

 

Pfarrer der deutschsprachigen St. Pauls Gemeinde

„Das war eine neue Relevanz“, erinnert sich Schmidt-Lange. Er war zu diesem Zeitpunkt Pfarrer der deutschsprachigen Evangelisch-lutherischen St. Pauls Gemeinde in New York. Dass der Direktor in dieser säkularisierten Welt ihn um Rat gefragt habe, sei nicht selbstverständlich gewesen. Da waren plötzlich Fragen nach dem Sinn und dem Warum, erzählt der heute 82-Jährige.

Als er zu Hause war, versuchte er, Gemeindemitglieder zu erreichen. Schmidt-Lange war 30 Kilometer von der Kirche im Stadtteil Chelsea entfernt und hatte keine Chance, dorthin zu kommen. Die Stadt war abgesperrt. Er fand schließlich Frauen und Männer, die sofort die Kirche öffneten. Es ging nicht nur um einen Raum der Zuflucht: „Wir haben in der ersten Woche ganz notwendige praktische Hilfe geleistet“, sagt der Seelsorger, der heute in der Nähe von Philadelphia lebt.

 

Traurige Ende einer Reise

Es ist einer jener Tage im Leben, die man nie vergisst. Dorothee Wüst saß am Morgen des 11. September 2001 beim Frühstück in New York, als islamistische Attentäter zwei entführte Passagierflugzeuge in die beiden Türme des World-Trade-Centers lenkten. Gemeinsam mit zwei Freunden wurde die heutige pfälzische Kirchenpräsidentin vor 20 Jahren Zeugin des Terrors, der die Welt veränderte. Für die heute 56-jährige Theologin war es das traurige Ende einer dreiwöchigen  Rundreise an der Ostküste: Die damalige Gemeindepfarrerin in Kaiserslautern machte gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Schumacher, dem heutigen Beauftragten der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz in Mainz, sowie einem weiteren Freund in New York Station.

 

Attentäter haben Religion für Macht missbraucht

"Noch immer habe ich die Bilder der einstürzenden Türme im Kopf", sagt Schumacher. Schnell begriffen die geschockten Urlauber, dass es sich bei dem Vorfall um eine Katastrophe handelte, erzählen Schumacher und Wüst. Die Schuld für die religiös begründete Tat von Fanatikern dürfe aber nicht auf Gott geschoben werden, betonen Wüst und Schumacher. "Gott schenkt den Menschen die Freiheit, Gutes zu tun", sagt die Kirchenpräsidentin, "oder auch, Flugzeuge in ein Hochhaus zu steuern." Der Terrorakt sei "eine Perversion von Religion" gewesen, sagt sie. Die Attentäter hätten die Religion für ihre Machtziele missbraucht, ergänzt Schumacher. Zu Unrecht sei der Islam insgesamt in Folge der Terroranschläge in Verruf geraten.             [Renate Haller; indeon; epd]

 

Wir haben auf unseren Social-Media-Kanälen Menschen nach ihren Erinnerungen gefragt und unzählige Reaktionen erhalten. Hier eine kleine Auswahl:

"Ich war zu Besuch bei Verwandten. Haben gerade Kindergeburtstag gefeiert, als mein Bruder mich anrief und mich ganz aufgeregt fragte, ob meine Freundin gerade in NY sei (sie war damals mind. 1x im Jahr dort) mir erzählt hat "Da ist ein Flugzeug in den TwinTower geflogen" und noch während ich versucht habe das zu verarbeiten schrie er auf "Sch... nein. Jetzt ist auch in den zweiten Turm eins geknallt!"Am nächsten Abend war dann dort in der Gemeinde eine Andacht, die ich besuchte."

"Ich erinnere mich an jede Minute dieses Tages. Mir war, als würde die Welt einstürzen.. "

"Ich habe mit meiner Schwiegertochter, sie war hochschwanger, im Fernsehen Arabella geschaut, da wurde es als Untertitel eingeblendet.Später habe ich meinen Sohn geholt auf dem Weg lag der Hubschrauber Landeplatz der US Armee, der war grell beleuchtet ein Menschengewirr, war eine richtige Endzeit Stimmung, bekomme jetzt Gänsehaut wenn ich daran denke."

"Ich war an diesem Tag in Ritterhude bei Bremen auf der Zivildienst-Schule. Der Unterricht an diesem Tag war natürlich gelaufen. In einer der Bremerschen Kirchen wurden spontan Kerzen in den Altarraum gestellt. Es waren hunderte. Unglaublich und berührend."

"In Oppenrod gab es Andacht und Glockenläuten. Viele Leute kamen, auch Nicht-Gemeindemitglieder."

"Ich werde diesen Tag nie vergessen"

"Ich war im Büro bei der Arbeit … und eine Kollegin erwähnte beiläufig in einem Telefonat, dass in New York ein Flugzeug auf ein Haus gestürzt sei … das war am Nachmittag des 11.09. Da war das ganze Ausmaß noch nicht absehbar …"

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