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Stefan Schröder

Ein Pfarrer aus Berufung geht in den Ruhestand

A. StenderMann mit Kappe vor Gebäude mit Treppe und WeinlaubDer Wein gedeiht gut: Pfarrer Stefan Schröder ist begeisterter Hobby-Imker

Auch wenn Pfarrer Stefan Schröder aus seinem Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde Allendorf-Lumda ausscheidet, wird er den Gemeindemitgliedern weiterhin mit E-Bike und Schildkappe auf den Straßen des Städtchens begegnen. Schröder bleibt mit seiner Frau Freya an dem Ort wohnen, wo die Familie vor 26 Jahren heimisch geworden ist.

Die drei Kinder sind längst aus dem Haus, kommen aber mit den inzwischen vier Enkelkindern gern im Familiendomizil zu Besuch, in das Schröders schon vor einigen Jahren gezogen sind. Stefan Schröder freut sich darauf, mit der Versetzung in den Ruhestand mehr Zeit mit der großen Familie verbringen zu können.

Großen Raum wird auch die Musik einnehmen, kündigt er an, denn die spielte in seinem Leben schon von Kindesbeinen an eine bedeutende Rolle. Im Gemeindebrief findet sich ein Foto, auf dem der kleine Stefan auf Großvaters Schoß am Harmonium sitzt. Bereits als Schüler in Darmstadt begleitete er den Gemeindegesang als Organist.  Orgelbauer oder Physiker hatte er bei der Berufswahl auch ins Auge gefasst. Es wurde jedoch das Theologiestudium: „Durch meine christliche Überzeugung spürte ich die Berufung zum Pfarrberuf“.

Marburg, Tübingen und Heidelberg waren seine Studienorte. Nach dem Examen 1985 folgte das Vikariat in Münzenberg in der Wetterau. Ein Ortswechsel mit Folgen, denn dort lernte er „beim gemeinsamen Musizieren“ seine Frau Freya kennen. Die beiden heirateten 1986. Nach dem Spezialpraktikum beim Diakonischen Werk in Gießen folgte die erste Pfarrstelle in Schupbach im Kreis Limburg-Weilburg. Nach einer weiteren Station in Altstadt bei Hachenburg kam 1996 der Wechsel nach Allendorf an der Lumda.

Dass sie mit dem 1959 in München geborenen Stefan Schröder einen Seelsorger bekommen hatte, der eine besondere Neigung zum Landleben hat, bemerkte die Allendörfer Gemeinde schon bei seiner Ankunft: Schröder hatte sich mit einem Trecker der Marke Eicher in Hachenburg auf den Weg gemacht. „In Bad Marienberg ist der Trecker allerdings verreckt und musste abgeschleppt werden“, erinnert er sich an dieses Vorhaben. Auf einem Ackerstück baute er in den ersten Jahren in Allendorf Kartoffeln und Getreide an. Hinzu kam die Imkerei. Dem Bienenzuchtverein Lumdatal gehört er seit 2008 an. Seit einigen Jahren versucht sich Schröder auch erfolgreich als Hobbywinzer. Die Gemeinde kommt beim Abendmahl in den Genuss des vom Pfarrer gekelterten roten Rebensafts.

Menschen zum Glauben zu bringen und die Arbeit mit den Konfirmanden nennt er die besonders erfüllenden Seiten seines Berufs. Die Altenheimseelsorge und die Ausbildung von Lektorinnen und Lektoren bereiteten ihm ebenfalls viel Freude, sagt er. Auch wenn er wegen der Kirchenaustritte und der geringer werdenden Verbundenheit mit der christlichen Tradition das Ende der Volkskirche kommen sieht, ist er „überzeugt, dass der christliche Glaube bleiben wird. Kirche wird sich verändern, was sie immer getan hat.“

Deshalb sei ein Generationswechsel im Allendörfer Pfarramt genau das Richtige zu diesem Zeitpunkt, findet er. Er hoffe, dass er in seiner Zeit als Gemeindepfarrer das getan habe, was „gut für die Gemeinden war“. Doch jetzt sei die Zeit für einen Neuanfang. Bis mit dem Dienstantritt seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin dieser Neuanfang Realität wird, übernimmt Pfarrerin Claudia Kuhn, unterstützt von Pfarrer Andreas Lenz, die Aufgaben von Stefan Schröder.

Wenn die Orgel am Sonntag im Verabschiedungsgottesdienst erklingt, kommt das letzte große Projekt in der Dienstzeit von Pfarrer Stefan Schröder zum Abschluss. Wegen Schimmelbefall war das Instrument monatelang nicht spielbar. Die Orgelbaufirma Muehl aus Marburg hat den Schimmel entfernt und die Orgel wieder einsatzfähig gemacht. Dekanatskirchenmusikerin Dorotea Pavone hat sich ganz besondere Stücke für den Gottesdienst vorgenommen, in dem Propst Schmidt den Seelsorger „entpflichten“ wird.  

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