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Fusionsprozess nimmt Fahrt auf

Arbeitsgruppen am Start

ekhnKarte der Dekanats-AG Grünberg, Hungen und KirchbergAG der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg

Dass die drei evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg am 1. Januar 2022 zu einem Dekanat fusionieren werden, wissen die Synodalen aus den drei Dekanaten seit dem vergangenen Jahr. Bei der gemeinsamen Synodentagung am vergangenen Samstag im Kulturzentrum Großen-Buseck erfuhren sie nun, welche Schritte wann zu gehen sind, um Anfang 2022 als funktionierendes Dekanat durchzustarten.

Wie soll das neue Dekanat heißen und wo soll die Verwaltung arbeiten, wie kann das Bildungsangebot aussehen und welche Schwerpunkte sollen die Gemeindepädagogen und –pädagoginnen setzen? Wie wird der Zuschnitt der Kirchengemeinden sein, wenn im Jahr 2019 die neue Pfarrstellenbemessung greift? Mit diesen Fragen sollen sich Arbeitsgruppen befassen, denen sich interessierte Synodale am Samstag anschließen konnten. Auf Anregung von Pfarrerin Cordula Michaelsen (Lardenbach) gibt es eine weitere Arbeitsgruppe, die gegenseitige Kennenlern-Besuche von Kirchengemeinden organisieren soll.

Zuvor erhielten die Synodalen von der Hungener Dekanin Barbara Alt ein aktuelles Bild der in 17 Jahren Arbeitsgemeinschaft  erfolgreich gemeinsam in Angriff genommenen Aufgaben und Aktivitäten. Als besonders gelungen bezeichnete sie den gemeinsamen Kirchentag 2017 in Großen-Buseck aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums. Auch die Orgelradtouren nannte sie ein Erfolgsmodell. In den mehr als zehn Jahren, in denen die Kirchenmusikerinnen und –musiker Rad- und Orgelfreunde von Kirche zu Kirche begleiten, hätte man nahezu alle Orgeln in der Region schon erleben können, resümierte die Dekanin. Auch Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dekanatsbüros tauschen sich bei regelmäßigen Veranstaltungen aus. Das gilt auch für die Dekanatssynodalvorstände, die Dekanatssynoden und die Mitarbeitervertretungen. Auch im Bereich der Jugendarbeit gebe es immer wieder Angebote für alle drei Dekanate: Seien es die Freizeiten, die Jugendleiter-Ausbildungen oder besondere Veranstaltungen, zu denen alle Jugendlichen aus den drei Dekanaten eingeladen sind.

Nicht zuletzt hätten die Referentenstellen für Bildung, Gesellschaftliche Verantwortung, Öffentlichkeitsarbeit und Ökumene, die für die gesamte AG zuständig sind, vielfältige Impulse gesetzt und Erfahrungen gesammelt, die sie in den Fusionsprozess einbringen könnten. Welche das im vergangenen Jahr waren, illustrierten sie in ihrem gemeinsamen Jahresbericht. Für Doris Wirkner, Inhaberin der Fachstelle Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung, war die Friedensausstellung das Highlight in ihrer Arbeit 2017. Für Bernd Apel, Pfarrer für Ökumene, stellte die Bildungsreise nach Armenien einen besonderen Höhepunkt dar. Dr. Angela Stender verwies noch einmal auf den ersten gemeinsamen Kirchentag der drei Dekanate in Großen-Buseck und würdigte in diesem Zusammenhang besonders das ehrenamtliche Engagement aus der Gastgebergemeinde ebenso wie aus den Kirchengemeinden der AG.

Ein Herz für Bienen

Doris Wirkner wird in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt beim Insektenschutz setzen, kündigte sie an. Dr. Angela Stender setzt sich weiterhin mit der Herausforderung durch die sozialen Medien auch in der kirchlichen Öffentlichkeit auseinander und Bernd Apel möchte den aktuellen Gefährdungen des interreligiösen Miteinanders in der Region durch Aufklärung begegnen.

Alle drei berichteten von zunehmendem „grenzüberschreitendem“ Interesse bei ihren Angeboten. Ihre positiven Erfahrungen, aber auch die aus den anderen Arbeitsbereichen sollen jetzt für den Eintritt ins Großdekanat fruchtbar gemacht werden. Sie sind jedoch nicht die alleinige Grundlage für die anstehenden Entscheidungen. Weitere Grundlage für die Entwicklung in den kommenden Jahren ist die Sozialraumanalyse für die Region, erläuterte Doris Wirkner, Inhaberin der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung und Bildung in den Dekanaten. Die Datenbank liefere Informationen beispielsweise über die altersmäßige Zusammensetzung der Bevölkerung in einer Region, die Berufe der Menschen oder die Zahl der Pendler. Nach diesen Daten könne man beispielsweise die Angebote für Kinder und Jugendliche ausrichten.

Pfarrstellenbemessung bis 2019

Wann in den nächsten vier Jahren welche Projekte oder Prozesse gestartet werden, erläuterte der Kirchberger Dekan Hans-Theo Daum. Während die Frage nach dem Dekanatsnamen möglicherweise noch in diesem Jahr geklärt sein könnte, könne es mit dem neuen Dekanatssitz länger dauern. Die Frage der Pfarrstellenbemessung muss, da von der Landeskirche vorgeschrieben, Ende 2019 abgeschlossen sein. Das gilt ebenso für die Neukonzeption des gemeindepädagogischen Dienstes. Der Grünberger Dekan Norbert Heide hat mit der Arbeitsgruppe Pfarrstellenbemessung keine leichte Aufgabe übernommen.

Wie harmonisch es jetzt schon klingt, wenn die drei Dekanate zusammenarbeiten, belegten die kirchenmusikalischen Beiträge und die gemeinsam gesungenen Lieder aus dem neuen Gesangbuch EG plus. Mut für die Fusion sprach der Busecker Bürgermeister Dirk Haas den Synodalen zu. Aufgrund der Erfahrungen mit der hessischen Gebietsreform empfahl er, die betroffenen Menschen in jeder Phase einzubeziehen.

Synode Grünberg

„Nachsitzen“ mussten am Samstag in Großen-Buseck die Synodalen des Dekanats Grünberg. In einer kurzen Sitzung am Nachmittag stimmten die 45 Männer und Frauen über eine Zuwendung in Höhe von 50.000 Euro für die Dorfschmiede Freienseen ab. Die Landeskirche hatte diese Summe Ende 2017 zugesichert, um die letzten Handwerkerrechnungen zu begleichen, dabei jedoch verfügt, dass das Geld aus der Rücklage des Dekanats zu zahlen sei. Die Synodalen hatten am Samstag darüber zu entscheiden, ob die Summe in einem Betrag an die Landeskirche zu zahlen oder als Kredit anzusehen sei, der mit Zinsen über zehn oder 15 Jahre zurückgezahlt werden muss. 33 Synodale entschieden sich für die Beschlussvorlage des Dekanatssynodalvorstands zur direkten Rückzahlung des Betrags. Es gab sieben Enthaltungen, vier Neinstimmen und ein Stimmzettel war ungültig. Mit dieser Zahlung hat das Dekanat Grünberg die 2,6 Millionen Euro teure Dorfschmiede mit insgesamt 135000 Euro unterstützt.

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