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"Sein oder Schein - Wer bin ich?" Tage der Orientierung in Berlin

Moritz MeinhartSie sehen die Teilnehmer der Orientierungstage vor den Resten der Berliner MauerDie Reisegruppe des Dekanates Grünberg vor der East Side Gallery

Vom 02. bis 05. Februar 2019 veranstaltete die Schulseelsorge der Theo-Koch-Schule in Grünberg die „Tage der Orientierung“ in Berlin. Mit dabei waren zwölf Jungen aus den Jahrgängen 8 und 9, diese wurden von Dekan Norbert Heide und dem Dekanatsjugendreferenten Raphael Maninger betreut. Die Reiseveranstaltung, die ein Pilotprojekt der Kooperationspartner Schule und Dekanat Grünberg war, begann Samstag um 8 Uhr am Grünberger Bahnhof. Von dort ging es mit der HLB nach Fulda und dann weiter nach Berlin. In Berlin angekommen war der erste Programmpunkt ein Spaziergang an den Mauerresten der East-Side Gallery entlang. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt konnten die Schüler die Teilung der Stadt in Ost und West erahnen und der Dekan berichtete lebhaft aus dieser Zeit.

Am Sonntag ging es ins Stadtzentrum und die Gruppe entwickelte eine grundsätzliche Orientierung anhand der Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten Berlins. Man betrachtete den Alex und das Brandenburger Tor, besuchte Marien- und Gedächtniskirche und fuhr anschließend mit Bus und S-Bahn an Bundeskanzleramt, Reichstag und Schloss Bellevue vorbei. Mittags stärkte sich die oberhessische Reisegruppe mit der obligatorischen Berliner Currywurst um am Nachmittag in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte zu blicken: den Nationalsozialismus. Beim Denkmal für die ermordeten Juden trennte sich die Gruppe, damit jeder im eigenen Tempo das Mahnmal wahrnehmen und das Infozentrum besuchen konnte. Mit diesen intensiven Eindrücken endete der Tag thematisch, nachts versammelten sich einige der Jugendlichen um den diesjährigen Superbowl zu verfolgen.

Mit müden Augen, aber wachem Geist besuchten Schüler und Betreuer am nächsten Morgen das Museum der Illusionen. Hier spielte die Wahrnehmung, den Teilnehmern einige Male einen Streich und die raffinierte und kurzweilige Ausstellung konnte durchaus begeistern. Am 04.02. hatte Dietrich Bonhoeffer Geburtstag und es stand ein Besuch der Kirche, in der er ordiniert wurde auf dem Plan. Leider hat diese montags zu, auch am 04. Februar, also erzählten Maninger und Heide im Freien vom Leben und Wirken des prominenten Theologen, der aufgrund seines Widerstands gegen die NS Diktatur im dritten Reich ermordet wurde. Anhand der Ausstellung „Topografie des Terrors“ konnten die Jugendlichen sich im geschichtlichen Kontext weiterbilden. Inhaltlich schlossen Tag und Reiseveranstaltung mit einer Andacht zum Gedicht „Wer bin ich?“ von Bonhoeffer. Auch hier geht es um Sein und Schein und den Widerspruch von Wahrnehmung von außen und dem inneren Selbstbild. Jugendliche im Alter der Teilnehmer sagen durch Wort und Tat häufig: „Ich bin mehr als ich scheine, da steckt noch einiges in mir.“ Deshalb sind Angebote wie die Tage der Orientierung wichtig, um einerseits klassisch verstandene Bildung zu fördern, sich andererseits auf die Herzens- und Persönlichkeitsbildung zu fokussieren.

Bei der Rückfahrt von Berlin nach Grünberg erzählten einige Teilnehmer über die Herausforderungen ihres Alltags. Dieses gruppendynamische Phänomen lässt sich zwar bei vielen Freizeiten beobachten, doch die Intensität des Erzählens und die Offenheit aller Beteiligten war enorm. Es zeigt wie wichtig es ist, Jugendliche aus ihrem Alltag herauszuholen und zum Nachdenken über sich, Gott und die Welt anzuregen. Wiederholung und Nachahmung werden empfohlen!

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