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Silberne Ehrennadel der EKHN für Elke Sézanne

Seit 25 Jahren an der Spitze des Dekanats

StenderDekan Norbert Heide, Elke Sézanne, Propst Matthias SchmidtPropst Schmidt überraschte Elke Sézanne mit der Silbernen Ehrennadel der EKHN. Darüber freut sich auch Dekan Norbert Heide (links):

Am Sonntag erhielt eine sichtlich überraschte Elke Sézanne aus den Händen von Propst Matthias Schmidt in der Kirche auf dem Wirberg die Silberne Ehrennadel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Seit nunmehr 25 Jahren steht sie an der Spitze der Grünberger Dekanatssynode.

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Bürokratische Umständlichkeit ist ihr ein Gräuel. Mit ruhiger Bestimmtheit leitet Elke Sézanne seit nunmehr 25 Jahren die Synodenversammlungen des evangelischen Dekanats Grünberg und die monatlichen Sitzungen des Dekanatssynodalvorstands. Turnusmäßig übernimmt sie auch den Vorsitz des Geschäftsführenden Ausschusses der AG der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg.

Am Sonntag erhielt eine sichtlich überraschte Elke Sézanne aus den Händen von Propst Matthias Schmidt in der Kirche auf dem Wirberg die Silberne Ehrennadel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Begonnen hat ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Dekanat Grünberg Mitte der 1980er Jahre im Besuchskreis des damaligen Lumdaer Pfarrers Ekkehard Landig. Dass ihr Weg aus diesem Gemeindekreis im Jahr 1992 an die Spitze des Dekanats führen würde, hätte sich Elke Sézanne damals nicht vorstellen können. Im Gesprächskreis ging es zunächst nur um die Gründung eines Besuchsdienstes. Dann forderte ein neues Diakoniegesetz in der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau die Einführung von Diakonieausschüssen in den Gemeinden. In Lumda hieß die Vorsitzende alsbald Elke Sézanne. Sie entwickelte nach den eigenen Worten „jede Menge Phantasie“ für diese Aufgabe und sandte ihre Ideen mit dem Angebot von Unterstützung an alle Kirchengemeinden im Dekanat Grünberg. Als sich in den Gemeinden auch nach zwei Jahren noch nichts getan hatte, ließ sie in ihrem Bericht für die Synode ihrem Frust freien Lauf. „Ich habe so richtig vom Leder gezogen“, erinnert sie sich.

Das führte nicht etwa dazu, dass man die resolute Frau aus Lumda in der Synode nicht mehr sehen wollte, sondern zu ihrer Entsendung in das Gremium. Kurz vor der konstituierenden Sitzung bekam sie im Lumdaer Forsthaus Besuch vom damaligen Dekan Rink. Als er sie fragte, ob sie den Vorsitz der Synode übernehmen wolle, ist ihr „bald die Luft weggeblieben“. Ihr Mann empfahl ihr mit den Worten „Du wirst doch nicht dümmer dabei“, das Amt anzunehmen. So ging sie mit rheinischem Temperament daran, in der Grünberger Synode neue Akzente zu setzen. Vom damaligen Dekan Rink an die Hand genommen, arbeitete sie sich in die neue Aufgabe ein. Auch mit Paul-Gerhard Weihrauch, der 1995 Dekan wurde, arbeitete die entscheidungsfreudige Vorsitzende gut zusammen, sah sich am Ende der zwölf Jahre jedoch als „Auslaufmodell“.

Dass sie ihr Amt dann doch weiter behalten wollte, lag an der Persönlichkeit des neuen Dekans Norbert Heide. Sein Führungsstil, seine Schwerpunkte Kinder- und Jugendarbeit sowie das Engagement in der Kirchenmusik - „das passte gleich“, sagt Elke Sézanne. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit seit nunmehr fast zehn Jahren empfindet sie als „großen Gewinn“. Sie sieht sich als das „weltliche Pendant zum Dekan“. Als solches sieht man sie bei den erfolgreichen Orgelvespern im Dekanat oder den beliebten Liturgischen Spaziergängen an der Seite des Dekans. Neben der Kirchenmusik liegt Elke Sézanne die Partnerschaft mit der südindischen Diözese Krishna Godavari sehr am Herzen. Die Besuche in Indien waren neben allen Begegnungen mit den Menschen dort auch eine tiefgehende spirituelle Bereicherung, betont sie.

Regelmäßig findet man sie vor Ort an ihrem Schreibtisch im Dekanatsbüro, wo sie mit Verwaltungsfachkraft Erika Zimmermann ein sehr gutes Verhältnis pflegt.

Elke Sézanne geht aber auch gern in die Gemeinden, hört auf die Belange der Menschen und versucht gleichzeitig, das Dekanat als „Leitungsebene, aber auch Entlastungs- und Beratungsorgan“ im Bewusstsein der Gemeindemitglieder zu verankern. Auch in Konfliktsituationen muss das Dekanat für die Gemeinden Ansprechpartner sein, findet sie.

Diese Nähe zu den Gemeinden ist auch einer der Gründe dafür, warum Elke Sézanne der jetzt für 2022 anvisierten Fusion der drei Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg lange skeptisch gegenüber stand. Gerade weil sie die Zusammenarbeit in den drei seit 2001 als Arbeitsgemeinschaft agierenden Dekanate als Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss und turnusmäßige Vorsitzende dieses Gremiums positiv beurteilt, hätte sie gern so weitergemacht. Sie steht zu dem Grundsatz „Soviel Zusammenarbeit wie nötig, aber so eigenständig wie möglich.“

Den Weg der drei Dekanate in die Fusion, die voraussichtlich Anfang 2022 Realität wird, will die 1948 in Düsseldorf geborene Präses im Dekanat Grünberg noch begleiten. Danach ist Schluss mit diesem Ehrenamt und mehr Zeit für Haus und Garten in Lumda, für Chorsingen, Yoga und Gitarrespielen.

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