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Früherer Propst für Nord-Nassau verstorben

Hessen-Nassau trauert um Hans Wilhelm Stein

dekPropst Stein ist tot.

Er war einer der profiliertesten protestantischen Geistlichen in der Region. Jetzt ist der frühere Propst Hans Wilhelm Stein verstorben.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau trauert um den früheren Propst für Nord-Nassau, Hans Wilhelm Stein. Der Theologe starb im Alter von 90 Jahren am Freitag (8. Dezember), wie seine Familie am Wochenende mitteilte.

Stein war von 1977 bis 1989 Propst für Nord-Nassau mit Dienstsitz in Herborn. Davor war er unter anderem für über ein Jahrzehnt Dekan des Dekanats Gladenbach. Das evangelische Propstamt ist mit dem eines regionalen Bischofs vergleichbar.

Profilierter protestantischer Geistlicher

In seinem aktiven Dienst zählte Stein zu den profiliertesten protestantischen Geistlichen der hessen-nassauischen Kirche. Durch die Kriegserlebnisse im Nazi-Deutschland unterstütze er noch als Studierender die Ostermärsche und äußerte sich bereits in den 1950er Jahren zu friedenspolitischen Themen. In seinen leitenden Ämtern suchte er den internationalen Austausch mit Partnerkirchen beispielsweise in Osteuropa und Afrika. Später engagierte er sich zunehmend in geistlichen Fragen. So gilt Stein als Hauptinitiator des früheren „Hauses der Stille“ in Waldhof Elgershausen. Nach seinem Ruhestand 1992 leitete er die Einrichtung für fast zehn Jahre und galt als Experte für die sogenannte Einkehrarbeit. Daneben war Stein begeisterter Freizeitsportler, der vom Segeln über das Reiten bis zum Bergsteigen aktiv war.

 Zur Person

Hans Wilhelm Stein wurde am 19. April 1927 in Gießen-Kleinlinden geboren. Er studierte nach dem Zweiten Weltkrieg in Marburg, Bethel und Mainz Evangelische Theologie. Seine praktische Ausbildung zum Pfarrer, das Vikariat, absolvierte er in Bad Ems. Danach war er Pfarrvikar in Eschollbrücken bei Darmstadt. Seine erste Pfarrstelle trat er 1956 in Holzhausen im Dekanat Gladenbach an. 1965 wurde er zum Dekan des Dekanats Gladenbach gewählt. Das Amt des Propstes für Nord-Nassau nahm er von 1977 bis 1989 wahr. Bis zu seinem Ruhestand 1992 erhielt er einen besonderen Dienstauftrag für die Einkehrarbeit. In dieser Zeit entwickelte er das Konzept für das spätere „Haus der Stille“ in Waldhof Elgershausen. Stein hinterlässt seine Ehefrau Maria-Luise und fünf Kinder. Stein lebte zuletzt in Greifenstein-Rodenroth (Lahn-Dill-Kreis). Hinweis Die Trauerfeier findet am kommenden Mittwoch, 13. Dezember um 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Gießen-Kleinlinden (Friedhofsweg) statt.  

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