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(Rechts)Populismus Thema der AG Synode in Nonnenroth

Die Grenzen des Dialogs

StenderÜber Kirche und (Rechts)Populismus sprach OKR Christian Schwindt in Nonnenroth

Die Herausforderung durch den (Rechts)Populismus war das Thema des Vortrags von Oberkirchenrat Christian Schwindt bei der Synode der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg in Nonnenroth.

StenderAngela Stender, Doris Wirkner, Bernd ApelSie präsentierten ihren Jahresbericht: Angela Stender, Doris Wirkner, Bernd Apel

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ war auf der Luthersocke zu lesen, die die Hungener Dekanin Barbara Alt im Gottesdienst zu Beginn der Gemeinsamen Synodentagung der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg zur Grundlage ihrer Ansprache machte.

Rund 100 Delegierte und Gäste aus den 70 Kirchengemeinden der Dekanats-AG waren am Samstag zu Beratungen in Nonnenroth zusammengekommen.
Noch beschwingt von den Tangoklängen der KirchenmusikerInnen aus den drei Dekanaten mussten sie sich nach dem Gottesdienst in der Kirche im Nonnenröther Dorfgemeinschaftshaus ernsteren Fragen stellen. Die Herausforderung durch den (Rechts)Populismus war das Thema des Vortrags von Oberkirchenrat Christian Schwindt. Angesichts von gut 20 Prozent Sympathisanten für rechtspopulistisches Gedankengut in der Bevölkerung müssen, rein statistisch gesehen, auch in den Kirchengemeinden zwischen Limes und Vulkan Anhänger dieser Ideen zu finden sein. Deshalb stünden Kirchenvorstände aktuell vor der Frage: Wie halten wir es mit dem (Rechts)Populismus?
Schwindt, Leiter des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), stellte zunächst grundsätzlich fest, dass „die Ebenbildlichkeit Gottes gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit oder Abwertung anderer Menschen“ spreche. „Es kann nicht sein, dass Christen nicht wertschätzend mit Menschen umgehen“, betonte er. Christentum sei außerdem an keine Nationalität oder Hautfarbe geknüpft.
Schwindt wehrte sich gegen Kritiker, die den Kirchen politische Aussagen verbieten wollen. Der Glaube sei zwar eine persönliche Entscheidung, „aber nicht privat“. Jeder Christ und jede Christin sei deshalb aufgefordert, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen. Die Kirche sei eine gesellschaftspolitisch – nicht parteipolitisch - agierende Kraft. Deshalb gehörten politische Aussagen zu ihren Aufgaben.
In der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Positionen sei jede Art von Überheblichkeit kontraproduktiv, stellte der Referent fest. Christen müssten den Dialog suchen und gewaltfrei nach demokratischen Regeln handeln. Allerdings, findet Schwindt, gibt es Grenzen des Dialogs: „Menschen, die tief und fest in einer Ideologie wurzeln, sind für den demokratischen Diskurs nicht mehr ansprechbar“, bedauerte er.
Aus diesem Grund müsse jeder selbst entscheiden, wie er reagiert, wenn beim Feierabendbier in der Kneipe am Stammtisch rechte Parolen ausgetauscht werden. „Will ich einfach nur mein Bier trinken oder schreite ich ein?“ In Diskussionen müssten die Ängste der Menschen ernst genommen und nicht von vornherein abgewiegelt werden.
Kirchengemeinden sollten sich vernetzen, Kooperationen suchen mit denen, die „ein gemeinsames gutes Leben wollen.“ Schwindt riet dazu, positive Visionen zu entwickeln und sich einzubringen für eine gute Entwicklung in der Region. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Jugendarbeit in den Gemeinden, hier könnten positive Leitgedanken mit den Jugendlichen entwickelt werden.
In der Diskussion vertrat Pfarrer Martin Möller (Trais-Horloff) die Ansicht, dass Christen niemals den Dialog abreißen lassen dürften. Pfarrer Andreas Lenz aus Treis-Lumda berichtete von den positiven Erfahrungen mit dem jährlichen interreligiösen Friedensgebet. „Zehn Leitlinien des christlichen Handelns“ im Zusammenhang mit dem Rechtspopulismus stellte Pfarrer Johannes Fritzsche (Bellersheim-Obbornhofen) vor.

Jahresberichte der Handlungsfelder

Von positiven Erfahrungen, harten Nüssen und Zukunftswünschen berichteten Bernd Apel, Dr. Angela Stender und Doris Wirkner im gemeinsamen Jahresbericht aus ihren Handlungsfeldern. Für den Pfarrer für Ökumene, Bernd Apel, war der „Runde Tisch“ verschiedener Religionsgemeinschaften ein besonderes Highlight im vergangenen Jahr. Als „harte Nuss“ bezeichnete er die Tatsache, dass er als Pfarrer für Ökumene für sein Engagement mit anderen Religionsgemeinschaften kritisiert werde. Doris Wirkner, Fachstelle für Gesellschaftliche Verantwortung und Bildung, blickt besonders gern auf die Kinoveranstaltungen in Grünberg im Rahmen des Weltgebetstags zurück. Herausgefordert fühlte sie sich im vergangenen Jahr durch die Planungen und Verhandlungen für die Schäferwagenherberge in Nonnenroth, die in diesem Herbst am Lutherweg eröffnet werden soll. Ihr besonderer Fokus für das Jahr 2017 liegt auf einer Friedensausstellung, die im September in Großen-Buseck eröffnet wird, sowie auf ihrer Fortbildung im Bereich kirchliches Umweltmanagement.
Für Dr. Angela Stender, Öffentlichkeitsreferentin der Dekanats-AG, war das Tauffest mit 32 Täuflingen zu Pfingsten in Kloster Arnsburg eine besonders positive Erinnerung im Jahr 2016 und Ausdruck vorbildlicher Zusammenarbeit zwischen Dekanat und Kirchengemeinden. Als „harte Nuss“ erweise sich immer wieder die „Impulspost“, mit der die Landeskirche alle Mitglieder zweimal im Jahr auf allen Kommunikationskanälen erreichen will.

Kirchentag im September

Bernd Apel und Dr. Angela Stender blicken mit großen Erwartungen auf den ersten gemeinsamen Kirchentag der Dekanats-AG am Samstag, den 9. September 2017, auf dem Anger in Großen-Buseck. Hier wollen die drei Dekanate, die auf dem Weg zur Fusion sind, erstmals gemeinsam feiern und sich auf diesem Weg besser kennenlernen. „Fröhlich evangelisch“ soll es zugehen im Reformations-Jubiläumsjahr, berichtete Angela Stender, mit viel Musik der eigenen Chöre, Präsentationen der Kirchengemeinden, Aktionen, einem Gottesdienst und dem Konzert der A-Capella-Gruppe „Basta“ am Abend.

Wahlen

Mit Wahlen ging die gemeinsame Synode zu Ende. Werner Döring (Rödgen) wurde zum stellvertretenden Kirchensynodalen gewählt. Eberhard Debus (Reiskirchen) und Präses Annette Vogel (Staufenberg) sind neue stellvertretende Mitglieder in der Verbandsvertretung des evangelischen Regionalverbands.
Eine Wahl gab es auch bei der anschließenden Einzel-Synode des evangelischen Dekanats Hungen. Anke Reinhardt wurde einstimmig in den Partnerschaftsausschuss Krishna Godavari entsandt.

Bericht der Dekanin

Dekanin Barbara Alt ging in ihrem Bericht besonders auf die zahlreichen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum im Dekanat ein. Sie selbst bietet in jedem Monat eine Predigt zum Thema Luther an und freut sich auf das Frauenmahl am 22. September in Hungen. Dabei wird es um Frauen und Reformation gehen. Außerdem verwies sie auf die Eröffnung des Lutherwegs in der Region Hungen, die für den 14. Mai geplant ist. Sie hoffe, dass die Schäferwagenherberge gut im Dekanat angenommen werde.
Nach dem Bericht von Annika Menges, Muschenheitm, läuft die Arbeit im neu gebildeten Diakonieausschuss des Dekanats gut an. Sie regte an, die Gemeinden noch einmal daran zu erinnern, Vertreter oder Vertreterinnen in diesen Ausschuss zu entsenden.
Die Herbstsynoden der drei Dekanate finden im November statt.

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